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Güstrower Anzeiger

14. Dezember 2017 | 03:40 Uhr

Autorenlesung : Zweimal Brot in der Literatur

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Literaturkreis: Christel Wittenburg und Lothar Dünkel stellten ihre Bücher vor

Seit zehn Jahren trifft sich der von Rita Buchweitz geleitete Literaturkreis mit großer Zuverlässigkeit jeden ersten Montag im Monat im Awo-Mehrgenerationenhaus. Über viele Bücher wurde schon gesprochen, aber das letzte Treffen dürfte eine Premiere gewesen sein: Zwei Güstrower Autoren lasen in der Runde und stellten ihre Bücher vor; in beiden geht es ums Brot.

„Mien leiw Brot“ lautet die Publikation von Christel Wittenburg, die im Dezember auf den Markt kommen soll. Die Autorin, 1937 in Dabel geboren und seit 1959 in Güstrow zuhause, erzählt darin 50 Geschichten, die sich alle mehr oder weniger um das Brot drehen, dabei aber gleichzeitig Chronik, Lebenserinnerung und eine Sammlung von Lebensweisheiten sind. „Es ist eine Art persönliche Trilogie“, erzählt Wittenburg und erklärt damit die drei Lebensbereiche, in denen das Buch handelt. So im ersten Teil die Kriegs- und Nachkriegszeit, als das Wort „Brot“ über viele Jahre ein Fremdwort zu sein schien. Der zweite Teil handelt von den 50er-Jahren, bei denen sich die Autorin unter anderem liebevoll an ihre „dicke und dünne Oma“ erinnert. Der dritte Abschnitt reicht bis in die Gegenwart und den aktuellen Bemühungen, das deutsche Brot zum Weltkulturerbe erklären zu lassen. „Ich stecke so voller Geschichten, sie mussten einfach alle mal raus“, sagt Wittenburg. Sie erzählt auch ernste Themen wie Krieg, Flucht oder Tod stets mit einem heiteren Grundton. Gelegentlich werden plattdeutsche Worte oder Wendungen eingestreut, das Buch wird dank vieler Familienfotos reich bebildert sein, auch Günter Endlich steuerte fünf Illustrationen bei.

Zweiter Autor des Abends war Lothar Dünkel. 1942 in Chemnitz geboren, zog er nach seiner Pensionierung vor acht Jahren nach Güstrow. Er besucht philharmonische Konzerte im Theater, bewirtschaftet einen Kleingarten – und schrieb das Buch „Ich backe Brot!“. Die „romanhafte Familienbiografie“, wie sie der Autor selbst nennt, singt ein Hohelied auf die Dünkel-Semmel. Zur Lesung hörte man, dass jene Semmel sogar für einen Augenblick weltgeschichtliche Bedeutung erlangte: Als nämlich Franz Josef Strauß die Leipziger Messe besuchte, sollen ihm zum Frühstück Dünkel-Semmeln serviert worden sein…

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