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Güstrower Anzeiger

17. August 2017 | 15:53 Uhr

Zehna : Zwei Häuser verkauft, eins avisiert

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Gemeinde Zehna: Kassenkredit damit reduziert / Trotzdem unausgeglichener Haushalt / Keine Vorteile bei einer Fusion zu erkennen

Zehna kommt seit Jahren nicht aus der Schuldenfalle und musste auch für dieses Jahr wieder einen unausgeglichenen Haushalt beschließen. „Uns drückt daher weiter der Schuh“, sagt Bürgermeister Fred Lange und zuckt vielsagend mit den Schultern. Die Gemeinde kann daher weiterhin ihre Pflichtleistungen nur mit einem Kassenkredit (zu vergleichen mit einem privaten Dispo-Kredit) begleichen. Lange nennt eine Summe von 495 000 Euro, für die Gemeinde ein ziemlicher Batzen. „Aber wir hoffen, dass wir ihn nicht in der Höhe in Anspruch nehmen müssen, weil wir weiter am Verkauf unserer Gemeindehäuser arbeiten“, erklärt der alte und neue Bürgermeister. Dabei arbeitet der Bürgermeister – und er geht davon aus, dass auch die neue Gemeindevertretung es so halten wird – nach dem Motto: „Jeder Euro hilft uns.“ Um im gleichen Moment allerdings auch wieder einzuschränken: „Ein Befreiungsschlag ist das noch nicht für die Gemeinde Zehna.“

Zur Erinnerung: Gerade hat die Gemeinde den Verkauf eines Sechs-WE-Hauses an die evangelische Kirchgemeinde Lohmen perfekt gemacht, die dort einen Kinder- und Jugendtreff einrichten wird (wir berichteten). Aber auch ein weiteres Haus ist bereits verkauft. „Senioren aus Bayern haben es gekauft, weil es ihnen in Mecklenburg-Vorpommern gefällt und sie hier heimisch werden wollen“, sieht sich Lange in der Strategie, wie die Gemeinde mit diesen Häusern umgeht, bestätigt. Fred Lange: „Die Gemeindevertretung wollte nicht alles im Komplex veräußern, weil wir ja auch noch an die Mieter denken müssen, die dort wohnen. Aber so, wie es bisher läuft, funktioniert es ja vielleicht auch, dass wir etwas Geld in unsere Kassen bekommen.“ Konkret heißt das, dass für ein weiteres Haus in der Ringstraße Interessenten da sind.

Zehna haben natürlich die Informationen über den Altschulden-Schnitt für die Gemeinden Lalendorf und Langhagen nach ihrer Fusion erreicht. „Wenn es Vorteile gibt, ist das ein Weg, den man einschlagen sollte. Aber für Zehna kann ich die nicht erkennen“, sagt Lange. Denn im Umkreis gibt es nach seiner Meinung für einen Zusammenschluss mit Gutow, Lohmen oder Reimershagen nicht die Partner, mit denen man einen Vorteil herausholen könnte.

Ohne Geld und damit ohne Eigenmittel kann die Gemeinde in diesem Jahr auch keine großen Investitionen realisieren. Das wäre nur wieder möglich, wenn wie beim Straßenbau in Klein Breesen sowie in Ganschow Unternehmen einspringen würden.

Bleibt noch das Problem der Altschulden. „Wir müssen über 3400 Euro im Jahr zahlen und können uns nicht dagegen wehren“, sagt Lange. Das könne er aber weiterhin den Einwohnern nur schwer plausibel machen, dass das in Ordnung ist. „Wir müssen das zahlen und haben selbst nichts.“ Dass das paradox ist, belegt Fred Lange mit diesem Haushaltstitel: „Wir haben gigantische 800 Euro für freiwillige Leistungen eingeplant. Ob sie drin bleiben, weil wir ja ein Minus im Haushalt haben, wird die Kommunalaufsicht entscheiden.“ Fred Lange ist auf die Antwort schon gespannt.


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erstellt am 03.Jun.2014 | 06:00 Uhr

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