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Zwei Güstrower sterben bei Berliner Halbmarathon

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erstellt am 21.Apr.2013 | 10:52 Uhr

güstrow | Zwei Güstrower Familien trauern um ihre Söhne. Warum Sascha B. (24) und Hannes L. (28) ihr Leben verloren haben, ist Angehörigen und Freunden ein Rätsel. Am 7. April, kurz vor dem Ziel des 33. Berlin-Halbmarathons, brachen beide plötzlich zusammen. Notärzte konnten sie zunächst reanimieren. Doch bereits am Abend starb Sascha B. in der Charité. Auch das Leben von Hannes L. konnten die Ärzte im Krankenhaus Friedrichshain nicht retten, am Freitag starb er auf der Intensivstation.

Dass zwei Güstrower beim gleichen Ereignis ums Leben kommen, ist offenbar ein außergewöhnlich tragischer Unglücksfall. Nach Aussagen von Familienangehörigen haben sich beide wohl gar nicht gekannt. Die Staatsanwaltschaft Berlin habe ebenfalls keinen Zusammenhang herstellen können. Auch in der Läuferszene weiß man nicht viel von ihnen, eine Mitgliedschaft in einem Sportverein ist nicht bekannt. Und doch haben sich beide sicherlich als Sportler gefühlt.

Er sei viel gelaufen in der Gegend um Käselow, wo Sascha B. zu Hause war, berichtet eine enge Angehörige. Als schlank, großgewachsen wird er beschrieben, und als ehrgeizig. Mit Zigaretten und starkem Alkohol habe er nichts am Hut gehabt. Seit einiger Zeit lebte er in Berlin, wo er studierte und sich das Studium finanzierte. Ein-, zweimal soll er an solchen Events wie dem Halbmarathon teilgenommen haben. Wenn Sascha heute auf dem Güstrower Friedhof beigesetzt wird, werden ihn viele Freunde, auch aus seiner Güstrower Schulzeit, auf dem letzten Weg begleiten.

Bei Güstrower Laufveran staltungen war Hannes L. ebenfalls verschiedentlich dabei, man findet seinen Namen beim Osterlauf oder auch beim Inselseelauf. Und mit sehr passablen Zeiten über 10 und 20 Kilometer. Er sei durchtrainiert gewesen, sein Tod für die Familie ein Rätsel. Möglicherweise hat er einen Infekt verschleppt, kann Vater Bernd L. nur mutmaßen. Möglicherweise habe Hannes zu früh mit Arbeit und Sport wieder begonnen. Für ihn sei es ein ganz schwacher Trost, dass das Herz von Hannes, das "Gott für 20 Minuten angehalten" habe, danach weiter arbeitete und somit einem anderen Menschen das Leben habe retten können. Hannes L., der sich als Arzt bereits am Anfang seiner beruflichen Karriere Anerkennung bei Kollegen und Patienten erwarb, war Organspender. Er hinterlässt in seinem letzten Wohnort Rostock seine Frau. Familie und Freunde verabschieden sich von Hannes am Freitag auf dem Güstrower Friedhof.

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