Unterhaltungsprogramm : Zwei Güstrower auf Bühne gefeiert

Begeisterten das Publikum im Ernst-Barlach-Theater: Klaus-Jürgen Schlettwein (l.) und Michael Hansen.
Begeisterten das Publikum im Ernst-Barlach-Theater: Klaus-Jürgen Schlettwein (l.) und Michael Hansen.

Klaus-Jürgen Schlettwein und Schwager Michael Hansen begeisterten das Publikum im Ernst-Barlach-Theater

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04. November 2015, 06:00 Uhr

Ausverkauftes Haus und tolle Stimmung im Güstrower Ernst-Barlach-Theater, als Klaus-Jürgen Schlettwein und sein Schwager Michael Hansen ihr Versprechen „Up Hoch un up Platt – för jeden wat!“ einlösten. Schlettwein eroberte das Publikum schon mit den ersten Takten seines niederdeutschen Trinkerliedes „Süh-sah, harr’ck man’n lütten Sluck“, Hansen sang „Ich habe euch alle gleich wieder erkannt“. Das war sicher ein bisschen geflunkert, aber tatsächlich wurde der Künstler ja 1940 als Klaus Schibilsky in Güstrow geboren.

Mit Schlettwein, der 1937 in Wismar das Licht der Welt erblickte und der mit 15 Jahren nach Güstrow übersiedelte, verbindet ihn eine lange Bekanntschaft, auch musikalisch. Beide sangen schon im Schulchor bei Jochen Gläser und später im Chor der Universität Rostock. In der Hansestadt hatte Hansen Schiffsmaschinenbau und Schlettwein Pädagogik studiert. Zu seinem Künstlernamen kam Michael Hansen, als er seinen ersten Titel „Spiel nicht mit dem Glück“ beim Rundfunk produzierte. Schibilsky könne sich ja keiner merken und kaum einer richtig aussprechen, also habe man ihm den Namen Michael Hansen verpasst, teilten ihm die Rundfunkleute vor der ersten Ausstrahlung des Titels mit. Der Güstrower baute keine Schiffsmaschinen, sondern startete unter seinem Künstlernamen eine Schlagerkarriere, die in der Barlachstadt besonders interessiert verfolgt wurde.

Klaus-Jürgen Schlettwein arbeitete zunächst als Lehrer, bis die Riemels, Vertellers und die plattdeutschen Lieder die Oberhand erlangten und er sich als freischaffender Entertainer etablierte. „Wir sind zwei völlig verschiedene Wege gegangen, aber wir waren auch nie neidisch aufeinander“, versicherte Schlettwein. Im Theater blieb jeder dieser Linie treu: Michael Hansen interpretierte Schlager der 1960er- und 1970er-Jahre wie Cliff Richards „Rote Lippen soll man küssen“ oder den eigenen Titel „Wer hat sie geseh’n?“, Schletti brachte sein Lied von den zehn Politikers und dem hiesigen Bauern, der nicht isst, was er nicht kennt, unters begeisterte Publikum. Nebenbei erläuterte er auf seine witzige Art das Rezept vom mecklenburgischen Nationalgericht „Himmel und Erde“.

Ein emotionaler Höhepunkt stellte sich ein, als Klaus-Jürgen Schlettwein mit Tochter Susanne, Enkelin Svenja und Michael Hansen gemeinsam auf der Bühne stand. Dieses Symbol des Musizierens in der Familie und die Weitergabe des Staffelstabes an nachfolgende Generationen kamen beim Publikum an, das sich mit langem Applaus bedankte.

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