Zwei Drittel zahlen ab Januar weniger

Katja Gödke
Katja Gödke

Wasserversorgungs- und Abwasserzweckverband (WAZ) beschließt neue Gebühren für Trinkwasser und Abwasserentsorgung

svz.de von
05. Dezember 2013, 08:00 Uhr

Rechnen heißt es für die Menschen im Einzugsgebiet des Wasserversorgungs- und Abwasserzweckverbandes (WAZ) Güstrow-Bützow-Sternberg. Denn ab kommendem Jahr gibt es neue Gebühren. Einerseits muss mehr bezahlt werden. Doch es gibt auch Gebührensenkungen. Die Mitglieder des WAZ berieten gestern Abend in Rühn über die neuen Preise für die Jahre 2014 und 2015.


Es wird immer weniger Trinkwasser verbraucht


Von einer „moderaten Gebührenerhöhung“ spricht Katja Gödke, Geschäftsführerin des Verbandes, im Trinkwasserbereich. Dieser Schritt sei „unumgänglich“. Es gäbe einen notwendigen Investitions- und Sanierungsaufwand am Leitungsnetz. Gleichzeitig werde weniger Wasser in Anspruch genommen. Der Pro-Kopf-Verbrauch bei Trinkwasser sei zwischen 2010 und 2013 um vier auf nunmehr 83 Liter pro Tag gesunken. Ein Trend, der sich weiter fortsetzen werde. Bis zum Jahr 2019 rechnet der WAZ mit einem weiteren Rückgang von rund 100 000 Kubikmetern beim Trinkwasserverbrauch. Dennoch müssten alle Anlagen vorgehalten werden. Deshalb werde die Grundgebühr von 8,50 Euro auf neun Euro monatlich angehoben. Gödke: „Für einen Einfamilien-Haushalt ergibt sich eine jährliche Mehrbelastung von 6 Euro.“


Mit Anschlussbeiträgen investieren und Preise senken


Anders verhält es sich bei der zentralen Abwasserentsorgung. In den vergangene Jahren hat der WAZ Beiträge von Altanschließern und von neuen Kunden eingenommen. „Diese Einnahmen fließen zum einen in Investitionen. Wir hatten aber auch angekündet, dass damit eine Gebührensenkung möglich ist“, sagt Katja Gödke. „Dies wird nun umgesetzt. Werden derzeit 3,44 Euro je Kubikmeter fällig, müssen ab Januar nur noch 3,20 Euro je Kubikmeter bezahlt werden.“ Die monatliche Grundgebühr bleibt bei 9,20 Euro je Wohneinheit. Ausgehend von einem Jahresverbrauch von 120 Kubikmetern würde ein Einfamilien-Haushalt jährlich um rund 29 Euro entlastet. Somit ergibt sich in Summe von Trink- und Abwasser insgesamt eine Entlastung der privaten Haushaltskasse, rechnet Gödke vor. Das treffe auf 72 Prozent aller Haushalte im Versorgungsgebiet zu. Denn so viele würden zentral mit Trinkwasser versorgt und wären zugleich an die zentralen Abwasserentsorgung angeschlossen.


Höhere Transportkosten Grund für höhere Gebühren


Die restlichen 28 Prozent verfügen über Kleinkläranlagen oder abflusslose Gruben. Dabei muss unterschieden werden. Rund 22 Prozent der Haushalte haben eine mechanische oder biologische Kleinkläranlage. Die Abfuhr des Klärschlamms wird um einen Euro von 16 auf 17 Euro je Kubikmeter steigen. Laut Satzung müssen einige Anlagen jedes Jahr, andere (entsprechend des Zustandes) alle fünf Jahre „entschlammt“ werden. Wer eine solche Anlage alle zwei Jahre entleert, im Schnitt rund drei Kubikmeter, der muss im Jahr 1,50 Euro mehr berappen. Bei abflusslosen Gruben – rund 6 Prozent aller Haushalte – kostet die Abfuhr des Abwassers künftig 9 Euro pro Kubikmeter (bisher 8,47 Euro). Der Grund für diesen Anstieg liege an gestiegenen Transport- und gleichbleibenden Vorhaltekosten, so die WAZ-Geschäftsführerin.








zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen