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Güstrow: Ausblick 2015 : „Zusammenhalt und Zukunft – nur mit starken Städten“

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Güstrows Bürgermeister Arne Schuldt gibt für die Schweriner Volkszeitung einen exklusiven Ausblick auf die Vorhaben in der Barlachstadt im Jahr 2015

25 Jahre deutsche Einheit – wir blicken mit Dankbarkeit auf die friedliche Revolution im Jahr 1989 zurück, die die deutsche Einheit ermöglichte. Mit dieser Revolution hat sich nicht nur Deutschland geändert, sondern auch Europa und die Welt. Wir sind Teil einer offenen Gesellschaft und haben alle Möglichkeiten unser Leben zu gestalten. Leider ist dies noch nicht überall in der Welt selbstverständlich. Als Vorreiter eines zukunftsfähigen Gesellschaftsmodells mit nachhaltigen Wirtschaftsformen tragen wir eine hohe Verantwortung.

Die Städte und Gemeinden sind Mittelpunkt des kulturellen und gesellschaftlichen Lebens sowie des wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Fortschritts. In Güstrow wollen wir Menschen unterschiedlichster Herkunft integrieren und so Weichen stellen für Chancengerechtigkeit, Armutsbekämpfung sowie für die Bewältigung des demographischen Wandels. Für uns bedeutet kommunale Selbstverwaltung lokale Demokratie, politische und gesellschaftliche Mitgestaltung und damit Identifikation mit unserer Stadt und dem Staat insgesamt. Dies kann nur auf der Grundlage folgender Rahmenbedingungen gelingen: finanzielle Spielräume erhalten und Schulden abbauen, Kompetenzen in der Bildung stärken, Infrastruktur nachhaltig entwickeln und Personalwirtschaft zukunftsorientiert sichern.

Im Februar 2014 hat die Stadtvertretung den Doppelhaushalt 2014/2015 beschlossen. Das Jahresergebnis weist für 2014 ein Defizit von 4,8 Millionen Euro und 2015 von 3,7 Millionen Euro aus. In beiden Jahren sind die Abschreibungen, die die Stadt nicht erwirtschaften kann, die wesentliche Ursache für die Defizite. Die letzte geplante Kreditaufnahme in Höhe von ca. 2,2 Millionen Euro ist für die Sanierung der Domschule eingesetzt worden. Damit erreicht der Schuldenstand der Stadt eine Höhe von 11,8 Millionen Euro. Diese Verbindlichkeiten werden bis 2017 planmäßig auf 9,7 Millionen Euro abgebaut.

Neben der Kreisumlage in Höhe von ca. 9 Millionen Euro werden zur Tilgung der Altfehlbeträge des ehemaligen Landkreises Güstrow per Vertrag in drei Jahresraten 2,4 Millionen Euro aufgebracht. Trotzdem werden die freiwilligen Leistungen, wie z. B. Förderung von Vereinssport, Ernst-Barlach-Theater, Natur- und Umweltpark oder Weihnachtsmarkt, in Höhe von ca. 2,1 Millionen Euro jährlich beibehalten.


Sanierung Thomas- Müntzer-Schule


Nachdem 2014 die Sanierung der Domschule und der Grundschule „Georg Friedrich Kersting“ abgeschlossen werden konnte, steht die Sanierung und Erweiterung der Regionalen Schule „Thomas Müntzer“ als großes Schulbauvorhaben vor uns. Die Kostenberechnung gemäß der Entwurfsplanung beziffert die Gesamtinvestitionskosten mit 7,7 Millionen Euro. Die Stadtvertretung wird sich zu Beginn des neuen Jahres mit dem Thema befassen. Ebenfalls soll das Umfeld der Regionalen Schule „Schule am Inselsee“ als abschließende Baumaßnahme des Programms „Stadtumbau Ost“ verbessert werden. Nach dem Umzug der Hasenwaldschule in die Hafenstraße wird 2015 der Fahrradständer den Schulstandort komplettieren.

In diesem Zusammenhang ist auf die Verhandlungen zur Sicherung der Jugend- und Schulsozialarbeit hinzuweisen. Die neue Förderperiode der EU 2014 bis 2020 soll zur Absicherung einer dauerhaften Lösung genutzt werden. Federführend hat der Landrat Vertragsentwürfe den Beteiligten (Landkreis, Schulträger, Träger der Schulsozialarbeit und Schule) vorgelegt.

Mehrere Investitionen in die Infrastruktur stehen auf der Agenda für das Jahr 2015. Bei den Straßenbauvorhaben sind das die Mühlenstraße, die Schnoienstraße, die Bülower Straße und der Hengstkoppelweg. Planungen liegen für die Philipp-Brandin-Straße, die Heinrich-Borwin-Straße und die Hagemeisterstraße vor. Für diese Maßnahmen ist die Finanzierung zu klären. Planungen beginnen für die Werlestraße und den Kiebitzweg. Der Spielplatz am Nachtigallenberg soll für 20 000 Euro rekonstruiert werden. Für die Feuerwehr wird ein neuer Mannschaftstransportwagen angeschafft. Der Baubetriebshof erhält einen Transporter und einen Lastwagen mit Ladekran als Ersatzbeschaffung.


Entwicklung des Stahlhofs


Ein Vorhaben beschäftigt die Stadt schon seit 20 Jahren – der Stahlhof. Die Entwicklung des Stahlhofs ist neben der weiteren Sanierung der Altstadt das anspruchsvollste Projekt für die nächsten Jahre. Im letzten Jahr gab es einen bedeutenden Fortschritt. Die Stadt ist Eigentümerin des Grundstückes der ehemaligen Kleiderwerke geworden. Leider ist der Abriss noch nicht beendet. Laut Vertrag soll dies 2015 abgeschlossen werden. Der Projektaufruf zur Findung der städtebaulichen Lösung ist an die beteiligten Büros und Universitäten versandt. Die Frist zur Abgabe läuft bis zum 28. Februar 2015. Eine Jury wird die eingereichten Vorschläge bewerten und der Stadtvertretung einen Entscheidungsvorschlag unterbreiten.

Bei der Fortführung der Entwicklung der Altstadt stehen im Jahr 2015 die Sanierungen und die Neubebauung in der Gleviner Straße sowie die Entwicklung eines Konzeptes für den Klosterhof mit Sanierung Pferdemarkt 45 und Neubebauung Armesünderstraße im Vordergrund.

Die Fortschreibung des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes (ISEK) ist Voraussetzung für den Erhalt von EU-Fördermitteln in der aktuellen Förderperiode bis 2020. Zur Zeit läuft die Bearbeitung der Fachkapitel (Bevölkerungsprognose, Einzelhandelsfachplan, Landschaftsrahmenplan, Monitoring für den Wohnungsmarkt, Arbeitsmarktbewertung, Schulentwicklungsplanung). Als Erstes wird der Entwurf des Leitbildes der Stadtvertretung zur Freigabe für das Beteiligungsverfahren vorgelegt. Alle Bürgerinnen und Bürger sind anschließend aufgerufen, Änderungsvorschläge und Ideen einzureichen oder konstruktive Kritik zu üben. Das ISEK soll der Leitfaden für das nächste Jahrzehnt sein.

Der demographische Wandel ist eine große Herausforderung. Junge Menschen bei der Berufswahl zu unterstützen, ist ein Baustein bei der Bewältigung dieser Aufgabe. Die Ausbildungsmesse in Rahmen der Güstrow-Schau am 7. und 8. März 2015 ist dabei erster großer Veranstaltungshöhepunkt in der Barlachstadt.

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