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Kritzkower Wehr wählte : Zusammenhalt in Wehr und Dorf

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Kritzkower Feuerwehrleute zogen Jahresbilanz, wählten ihren alten Leiter neu und freuen sich über stetigen Zulauf.

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erstellt am 11.Apr.2016 | 05:00 Uhr

Wenn der Chef einer freiwilligen Feuerwehr sämtliche Stimmen zur Wiederwahl bekommt, bei geheimem Votum und als einziger Bewerber wohlgemerkt, dann muss die Truppe wohl mit ihm zufrieden sein. Schließlich sei „Feuerwehrarbeit Dienst und Spaß“, sagte Kreisbrandmeister Mayk Tessin. Der oberste Feuerwehrmann im Landkreis zeigte sich beeindruckt vom Zusammenhalt der Kameraden in dem Laager Ortsteil und denkt: „Dies gut hinzubekommen, das gelingt in Kritzkow.“

Mit ihren 24 Einsätzen im vergangenen Jahr, die der alte und später wiedergewählte Mark Gerion als Leiter für seine Freiwillige Feuerwehr Kritzkow zusammenzählte, liegen die Kritzkower bei insgesamt 1944 Einsätzen des Kreisverbandes etwas über dem Schnitt. Dabei haben die direkt an der Autobahn gelegenen Blauröcke mit der A19 und der kreuzenden Bundesstraße 103 auch einen besonderen Blickpunkt. Rein zufällig fiel ihre diesjährige Hauptversammlung mit dem fünften Jahrestag der größten Herausforderung in der Geschichte der Wehr zusammen: dem Sandsturm bei Kavelstorf, bei dem acht Menschen starben. Auch 2015 hätten sie zwei Unfallopfern nicht mehr helfen können. Emotional ganz besondere Momente durchlebten auch jene Kameraden, die einen der Ihren schwer verletzt bergen mussten. Gegen solche Erlebnisse nehmen sich die zwei mittleren und sieben kleinen Brände sowie sechs Wettereinsätze als geradezu harmlos aus.

Noch eine Besonderheit der Kritzkower Wehr: Entgegen dem allgemeinen Trend habe sie „stetigen Zuwachs“, konstatierte Mark Gerion. 70 Kameraden gehören dazu, darunter 38 aktive, die also jederzeit Tag und Nacht bereit sind, Hilfe in der Not zu leisten. Zwar mache der Altersprozess keinen Bogen um Kritzkow, doch werde im kommenden Jahr mit dem Übergang von vier jungen Frauen und zwei Männern aus der Jugendwehr in den aktiven Dienst eine „drastische Verjüngung“ erwartet.

Begeisterung beim jüngsten Feuerwehrnachwuchs zu erzeugen gelingt offenbar gut. So benötigte Sarah Brosin bereits Unterstützung, um die im zweistelligen Zahlenbereich „aktiven“ Bambini in deren Tatendrang zu bändigen. Drei der kleinsten Mitglieder der Kritzkower Wehr wachsen in diesem Sommer in die aktuell 15 „Mann“ starke Jugendwehr.

„Der Dienst stimmt bei Ihnen und alles neben dem Dienst eben auch“, lobte denn ebenso Bürgermeisterin Ilka Lochner-Borst die Kritzkower. Mit ihren Aktivitäten – ob das der Lampionumzug mit der Kita ist, feuerwehrsportliche Aktivitäten der Jugendwehr sind oder der Einsatz von Kameraden beim Frühjahrsputz der Ortsteile – trage das gesellschaftliche Engagement und der Zusammenhalt der Kritzkower Wehrleute wesentlich zur Dorfgemeinschaft bei.

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