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Tierschutz Güstrow : Zusammengepfercht und entsorgt

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Wieder sechs junge Katzen in Güstrow ausgesetzt: Der Tierschutzverein stößt an seine Grenzen und fordert Unterstützung von der Politik.

von
erstellt am 16.Sep.2017 | 05:20 Uhr

Ein zaghaftes Miauen und ein leises Röcheln dringen aus den Käfigen des Güstrower Tierschutzvereins in der Lange Stege 12. Sechs Maikätzchen sind hier vorerst in zwei Käfigen notdürftig untergebracht worden. Es sind Notfälle. „Die sechs Geschwister sind am Sonntag in der Friedrich-Engels-Straße in der Güstrower Südstadt aufgefunden worden“, berichtet Carmen Lahl, Vorsitzende des Tierschutzvereins Güstrow. Aufmerksame Bürger hätten die Kätzchen entdeckt und den Tierschutzverein alarmiert. „Das Schockierende: Die sechs Katzen waren in einer kleinen, blauen Transportbox zusammengepfercht und regelrecht entsorgt worden“, beschreibt die Tierschützerin die Auffindesituation.

Kein Einzelfall für die Mitglieder des Vereins und dennoch erschreckend. „Damit sind unsere letzten Kapazitäten aufgebraucht. Unsere privaten Pflegestellen platzen aus allen Nähten“, macht Carmen Lahl deutlich. Durch den Bau des neuen Katzenhauses fehlen aktuell wichtige Plätze für Fundtiere, auch eine Quarantäne-Station wäre gerade auch im Fall der sechs Maikätzchen notwendig. „Drei der sechs Geschwister haben Katzenschnupfen, sind schon dem Tierarzt vorgestellt worden – daher kommt auch das Röcheln beim Atmen“, erklärt Carmen Lahl, die die Katzen daher in separaten Käfigen untergebracht hat.

Und noch ein weiteres Problem kommt auf die Tierschützer zu: alle sechs Katzen sind Weibchen. Als Freigänger würden sich die Tiere unkontrolliert vermehren – das richtige Alter haben die Tiere bereits. Weil der Tierschutzverein es sich zur Aufgabe gemacht hat alle Fundtiere kastrieren, impfen und chipen zu lassen – werden auch diese Kosten auf die Ehrenamtler zukommen. „Wir sind am Ende sowohl finanziell als auch mit unseren Kapazitäten“, betont Carmen Lahl.

Der Bedarf sei groß. Inzwischen seien die Tierschützer an fünf Telefonen rund um die Uhr erreichbar – 50 Hilferufe erreichen die Tierfreunde täglich. „Und doch rührt sich die Politik nicht. Da muss ein Umdenken stattfinden“, appelliert Carmen Lahl. Insbesondere eine Katzenschutzverordnung, liege den Tierschützern am Herzen (SVZ berichtete). Darin enthalten soll eine flächendeckende Kastrations-, Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für Freigängerkatzen sein, so fordern es die Mitglieder des Tierschutzbund Landesverband MV dem auch der Güstrower Tierschutzverein angehört. „Wir haben eine Petition gestartet, um auf die Probleme aufmerksam zu machen und die Politik wachzurütteln. Aktuell brauchen wir noch 4000 Stimmen aus MV“, macht Carmen Lahl deutlich. Dafür legt der Tierschutzverein Güstrow morgen von 10 bis 17 Uhr Unterschriftenlisten auf seinem Vereinsgelände, Lange Stege 12, aus. Auch eine Online-Stimmenabgabe ist noch bis 26. September möglich (siehe Hinweis unten).

Unterstützung wünschen sich die Tierschützer von der Bevölkerung auch im Hinblick auf die Landespolitik. „Am 27. September wird der Haushalt 2018/19 das erste Mal im Landtag beraten, dabei geht es um den Kastrationszuschuss, die Fördersummen und die Finanzierung durch Eigenleistung – bisher waren es 10 Prozent in 2018/19 sollen 50 Prozent von den Kommunen kommen – das ist utopisch“, sagt Carmen Lahl, die auch Probleme im Hinblick auf die weitere Finanzierung des neuen Katzenhauses auf den Tierschutzverein Güstrow zukommen sieht. Darum sammeln die Tierschützer morgen auch für dieses Thema Unterschriften.

Die Petition finden Sie hier: https://www.openpetition.de/petition/online/forderung-einer-katzenschutzverordnung-fuer-mecklenburg-vorpommern

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