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Güstrower Anzeiger

12. Dezember 2017 | 16:40 Uhr

Wegstreit : Zum Sportplatz auf der Straße?

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Neue Brücke bei Langhagen geplant – jedoch ohne Fußweg / Gemeinde soll Zusatzkosten tragen

Nachdem sich die Bahn bisher um eine klare Antwort gedrückt hat, ist es nun amtlich: Die Straßenbrücke über die Eisenbahn bei Langhagen muss erneuert werden. Sie ist nicht in bestem Zustand, allerdings auch noch nicht marode und könnte wohl noch einige Jahre stehen bleiben. Der Grund für einen erforderlichen Ersatzbau ist die so genannte Ertüchtigung der Bahnstrecke Rostock-Berlin für Hochgeschwindigkeitszüge. Für diese ist die Brücke zu niedrig und es haben die Stützpfeiler einen zu geringen Abstand zu den Gleisen, so die Erklärung der Bahn.

Jetzt gab es ein erstes Treffen der DB Netz AG mit dem Straßenbauamt und Bürgermeister. Dabei seien einige, für die Gemeinde nicht ganz unwesentliche „Unstimmigkeiten“ zu Tage getreten, berichtet Bürgermeister Reinhard Knaack. Nach Vorstellung des Straßenbauamtes, das den Bau des Viadukts zu realisieren hat, soll die neue Brücke keinen Fußweg mehr bekommen. Für den Bürgermeister ein Unding, für das Straßenbauamt eine Kostenfrage. Da die Brücke außerhalb des Dorfes liege, reichte lediglich ein Notweg, gibt Knaack die Auffassung des Straßenbauamtes wieder. Knaack: „Damit sind wir nicht einverstanden, wir wollen einen ganz normalen Fußweg, nach Möglichkeit behindertengerecht.“ Denn schließlich sei der Sportplatz des TSV Langhagen/Kuchelmiß, ein wichtiges Element für das Dorfleben, nur über die Brücke erreichbar. „Dort spielen sich viele Dinge ab. Wem ist da zuzumuten, auf der Straße zu laufen, womöglich noch mit dem Rollstuhl?“, fragt der Bürgermeister.

Nach dem Neubau würde sich die Problematik sogar noch verschärft darstellen, da sich wegen der dann größeren Höhe der Brücke und somit steilerer Böschung die Zuwegung zum Sportplatz von der Brücke aus noch verlängern müsste. Geschätzt 400 bis 500 Meter wären dann von Fußgängern auf der Straße zurückzulegen. „Das geht überhaupt nicht!“, stellt Knaack klar. Sein Problem: Die zusätzlichen Kosten für den Weg müsste nach Auffassung des Straßenbauamtes die Gemeinde tragen – was sie nach Haushaltslage gar nicht könnte.

Die Gemeinde warte jetzt auf einen Voranschlag, wie hoch die Zusatzkosten für einen Fußweg wären. Vorgesehen ist der Neubau der Brücke in den Jahren 2016/17. Bis die konkrete Planung beginnt, hofft Bürgermeister Knaack auf Unterstützung aus dem Infrastrukturministerium in Schwerin. Knaack: „Alle Beteiligten müssen einen gemeinsamen Weg finden.“ Knaack meint: Einen gemeinsamen Weg zur neuen Brücke hin – und darüber hinweg.


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