zur Navigation springen
Güstrower Anzeiger

24. November 2017 | 19:47 Uhr

Güstrow : Zum Abriss endgültig freigegeben

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Gleviner Straße 3: Denkmalbehörde gibt nach Fassade jetzt auch Kemladen verloren.

von
erstellt am 23.Okt.2017 | 21:00 Uhr

Endgültiges Ende in Sicht, zugleich Hoffnung und noch viele Fragezeichen: Auch der rückseitige historische Anbau des Wohn- und Geschäftshauses Gleviner Straße 3, der sogenannte Kemladen, darf abgerissen werden. Die Untere Bauaufsicht des Landkreises habe dem Komplettabriss der Brandruine jetzt zugestimmt, informiert Kreissprecher Michael Fengler auf SVZ-Nachfrage.

Am 11. Februar war das Haus in Flammen aufgegangen vollständig ausgebrannt. Unter dem Feuer, herabstürzenden Hausteilen und den Löscharbeiten zur Rettung der Nachbarhäuser hatte auch der hofseitige Kemladen schweren Schaden genommen. Während das im 17. Jahrhundert errichtete Haupthaus mit seinem markanten Balkon von Bauexperten als nicht mehr zu retten eingeschätzt wurde, war ihm nach der Katastrophe sehr schnell das Erlöschen des Denkmalstatus erteilt worden. Zuletzt blieb so der Stadt Güstrow auch nichts weiter übrig, als dem Abriss zuzustimmen. Mit Verweis auf das schwebende Verfahren zum Kemladen hatte der Grundstückseigentümer mit dem Abriss aber noch warten wollen, schließlich hinge vom Ausgang der Prüfung durch die Landesdenkmalbehörde die gesamte weitere Planung ab.

Doch mit dem ersten Tag nach dem Feuer war die Brandruine nicht allein Sache des Eigentümers geworden. Die Gleviner Straße wurde für den Fahrzeugverkehr wegen der Einsturzgefahr behördlich gesperrt, zum Schutz der Passanten ein provisorischer Fußgängertunnel gezimmert. Geschäftsinhaber in diesem Bereich klagen seitdem über erhebliche Umsatzeinbußen und hoffen inständig, dass die Straße schnell wieder freigegeben wird.

Dazu besteht nach der jetzt endgültig vorliegenden Abrissgenehmigung neue Hoffnung. „Dem ist ein langer und intensiver Prüfprozess vorangegangen, zuletzt hat das Ministerium für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung entschieden, dass der Kemladen abgebrochen werden kann“, schreibt der Landkreis. Der Eigentümer habe die Abbruchgenehmigung bereits erhalten und stehe nach Kenntnis der Behörde bereits in Verhandlungen mit Abbruchunternehmen zur Beseitigung der Brandruinen. Fengler: „Die Gleviner Straße kann wieder freigegeben werden, wenn von den ruinösen Gebäuden bzw. den Abbrucharbeiten keine Gefahren mehr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung ausgehen.“

Unklar bleibt noch, was der Eigentümer mit der entstehenden Lücke überhaupt anstellen will. Vor längerer Zeit hatte er einmal vage Vorstellungen geäußert, ein modernes Haus errichten zu wollen, dessen straßenseitige Fassade möglicherweise historisierende Gestaltungselemente der alten Ansicht aufnehmen könnte.

Dennoch: Wann das sein wird, wann überhaupt erst mal der Abriss erfolgt, erscheint nach wie vor offen. Wie er weiter verfahren will, möchte der Hauseigentümer gegenüber der SVZ nicht sagen. Auch im Rathaus herrscht darüber offenbar Unkenntnis: In der regelmäßigen Ankündigung von Straßensperren in der Stadt steht für die Gleviner Straße zwischen Bau- und Grepelstraße und Markt noch kein Enddatum, sondern immer noch nur das Wort „Abriss“.


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen