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Güstrow: Furcht vor explodierenden Kosten : Zukunft der Tolstoiweg-Halle vakant

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Die städtische Sporthalle im Güstrower Tolstoiweg, die kastenförmige Halle B, wird zum Jahresende geschlossen. Die Schulsporthalle in der Hamburger Straße wird in absehbarer Zeit voraussichtlich ebenfalls geschlossen.

svz.de von
erstellt am 17.Okt.2012 | 06:25 Uhr

güstrow | Die städtische Sporthalle im Güstrower Tolstoiweg, die kastenförmige sogenannte Halle B, wird zum Jahresende geschlossen. Bis dahin könne die Halle ohne Einschränkungen und auf Grundlage der bestätigten Hallenbelegungspläne genutzt werden, heißt es aus der Stadtverwaltung. Ab Januar 2013 wird es demnach in den Güstrower Sporthallen enger zugehen.

Zumal der Zuspruch zur Schulsporthalle in der Hamburger Straße bereits jetzt abnehmen dürfte, denn: Dort gibt es kein warmes Wasser mehr; abgestellt. Hintergrund: Wegen zu geringer Nutzung der Warmwasseranlage könnten sich in den Leitungen gesundheitsschädliche Keime bilden. Diese Halle wird in absehbarer Zeit voraussichtlich ebenfalls geschlossen, da die Grundschule am Hasenwald als bisheriger Hauptnutzer perspektivisch in die Wossidloschule ziehen wird.

Beide Sporthallen sind in marodem Zustand und werden seit Jahren nur unter Aufwendung hoher Betriebskosten unterhalten.

Kein warmes Wasser: Sterben auf Raten in Hamburger Straße

Als optioneller "Ersatz" steht die zweite Tolstoiweghalle nun aber ebenfalls auf der Kippe. Ebenfalls seit Jahren mit dem Aus des Barlachgymnasiums geschlossen, ist sie kürzlich vom Landkreis in Besitz des DRK-Kreisverbandes übergegangen. Der hatte mit Sanierungskosten von mindestens 130 000 Euro gerechnet, um die Halle wieder betreiben zu können. Dafür hatte die Stadt auch einen weiteren Zuschuss in Aussicht gestellt, der mit bereits vereinbarten Fördergeldern zum ursprünglich geplanten Abriss der Halle inklusive Abriss der benachbarten Halle B verrechnet werden sollte. Inzwischen stellte sich jedoch heraus, dass die Sanierungskosten wesentlich höher liegen würden, was die Pläne des DRK aber wieder grundsätzlich in Frage stellt.

Nach genauerer Ermittlung würden die Kosten für Reparaturen, Dämmung und Renovierung der Tonnendach-Halle bis an 290 000 Euro reichen, weiß Peter Struve, Vorstandsvorsitzender des DRK-Kreisverbandes Güstrow, inzwischen. Bei näherer Begutachtung des Baus wurden z.B. kaputt gefrorene Wasserleitungen entdeckt, auch würde die Statik des Baus den heutigen Anforderungen an Dämmungen schwerlich gewachsen sein. Struve: "So ist eins zum anderen gekommen. Dabei war es unsere Intention, dass es doch schade wäre um die Halle - wenn sie schon mal dort steht."

Das "war" korrigiert Struve denn auch sofort: "Es ist alles weiter offen, wir versuchen mit mehreren Partnern noch eine Lösung zu finden." Zielstellung des DRK bleibe es, für die vom Kreisverband betreuten Kinder und Senioren eine Sportstätte anbieten zu können. Die Kosten allerdings müssten auf viele Schultern verteilt werden, stellt Struve klar. Die Freie Schule, die Ecolea-Schule und auch die Anne-Frank-Schule der Güstrower Werkstätten hätten ein Interesse an der Mitnutzung der Halle bekundet. Freilich müssten für diese Einrichtungen wie auch für potenzielle Nutzer aus Sportvereinen die Kosten akzeptabel sein - was wiederum wesentlich an den Sanierungs- und später den Betriebskosten hängt.

Mit der Stadt wolle das DRK weiter im Gespräch bleiben. Dreh- und Angelpunkt sind offenbar mögliche Fördergelder, die es laut Struve vom Land wohl nicht geben werde. Die in Aussicht gestellten 100 000 Euro, die als einmaliger Zuschuss heute eigentlich den Stadtvertretern zur Diskussion gestellt werden sollten, sind jedenfalls erst mal vom Tisch: Bürgermeister Arne Schuldt zog bereits auf der vorberatenden Sitzung des Hauptausschusses die Bremse - und die Vorlage zurück (SVZ berichtete). Für das DRK aber drängt die Zeit, weil vereinbarte Fördermittel für den Abriss der Halle verfallen könnten. Peter Struve: " Bis zum Jahresende sollte die Entscheidung sicher gefallen sein."

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