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Tierschutz : Zuhause für Nelly und Betty suchen

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Im Tierheim in Laage sind auch Festtage ganz normale Arbeitstage / 27 Hunde und um die 60 Katzen sind zu versorgen

von
erstellt am 29.Dez.2014 | 07:00 Uhr

Uwe Berg war am Sonnabend als erster im Tierheim in Laage, machte seine Runde durch das Katzen- und das Hundehaus und über den Hof. Das Ergebnis: keine Besonderheiten. Im Tierheim in Laage sind die Festtage und auch die Tage bis zum Ende des Jahres wie alle anderen im Jahr. Die Tiere werden versorgt, beschäftigt und es wird sauber gemacht. Auch Petra Gaitzsch und Gabi Blohm helfen mit die 27 Hunde und um die 60 Katzen zu versorgen. Ziel sei es immer wieder neue Herrchen oder Frauchen für die Tiere zu finden, betont Denise Gattas, Vorsitzende des Vereins „Tiere in Not“, Träger des Tierheimes.

„Die Festtage verliefen ruhig. Wir mussten keine Fundtiere aufnehmen“, berichtet Denise Gattas. Vor Weihnachten sei es aufregender gewesen, fügt sie hinzu und denkt dabei u.a. an Betty. Der Besitzer der Mischlingshündin ist kurz vor Weihnachten gestorben. „Ein Notfall also“, sagt Denise Gattas. Schon vor Wochen, als der Sanitzer im Krankenhaus lag, hatte man sich in Laage um Betty gekümmert. Einfach sei das nicht, erzählt die Vereinsvorsitzende, da das Tier allein auf sein Herrchen fixiert war. Ein bisschen besinnlicher als sonst sei es über Weihnachten gewesen. Dass man noch am Heiligabend eine Spende bekam, habe erfreut. Auch seien mehr Menschen als sonst gekommen um die Hunde auszuführen.

In der Vorweihnachtszeit, so berichtet Denise Gattas, habe man keine Tiere vermittelt. Das geschah nicht etwa mangels Interessenten, sondern absichtlich. In dieser Zeit würden Emotionen eine zu große Rolle spielen. „Wir möchten die Tiere langfristig in gute Hände geben“, betont die ausgebildete Hundetrainerin. „Und sie nicht bei den ersten Problemen wieder zurückbekommen.“ Diese Erfahrung mache man immer wieder. „Und das oftmals bei Hunden, wo man denkt, dass alles optimal laufen sollte“, wundert sich Denise Gattas.

Als Erfolgsmodell erweise sich die Facebook-Seite des Tierheims Laage. So habe man 32 Tiere an ihre Besitzer zurückgeben können. Deutlich werde aber auch, dass bei Facebook-Nutzern die neumodischen Rassen – ganz klein, ganz süß – im Vordergrund stünden. An der Stelle wird Denise Gattas vorsichtig. „Unseren kleinen Fussel hätten wir längst los sein können. Aber Nelly ist nicht einfach. Kleine Hunde machen oftmals mehr Arbeit als große. Das wird gern übersehen“, erklärt die Vereinsvorsitzende. Während für Nelly 25 000 Klicks zu Buche stehen, sind es bei Betty lediglich 9000. Betty als Notfall liege den Tierfreunden in Laager aber viel mehr am Herzen.


Vorhaben 2015: Auslauf und Übungsplatz


Fundtiere aus dem Amt Laage, aus Güstrow und Sanitz sowie aus den Ämtern Güstrow-Land und Krakow am See werden im Tierheim Laage aufgenommen. Dafür gibt es feste Regeln. Für einen Fund-Hund erhält das Tierheim 350 Euro, für eine Katze 150 Euro. Hinzu kämen Notfälle wie Betty, aber auch Glücksfälle in Form von Spenden. Das Geld sei dennoch immer knapp. Oft könne man sich nur von Monat zu Monat hangeln. Denise Gattas will aber nicht klagen. Anderen ergehe es nicht besser. Das Tierheim Laage habe ein paar auf geringfügiger Basis Beschäftigte, die darüber hinaus ehrenamtlich helfen. Dazu kommen die reinen Ehrenamtler.

Im nächsten Jahr möchte man den Auslauf für die Hunde vergrößern. Ein zweites Grundstück habe man von der Stadt schon vor zwei Jahren bekommen, berichtet Denise Gattas. Es muss eingezäunt werden. Eine Firma würde rund 10 000 Euro dafür haben wollen. Also müsse man wieder einmal kreativ sein. „Wir möchten einen Übungsplatz und einen zweiten Auslauf schaffen“, erzählt die Vereinsvorsitzende. Die Hunde sollen beschäftigt und gefordert werden. Das tue ihnen gut. 

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