zur Navigation springen
Güstrower Anzeiger

20. November 2017 | 03:27 Uhr

Frohes fest! : Zu Weihnachten besonders hell

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Der 72-jährige Klaus Dybowski aus Güstrow fertigt zum Fest Schwibbögen und Pyramiden aus Leidenschaft

In seiner Wohnung leuchtet es in der Weihnachtszeit besonders hell. Klaus Dybowski aus Güstrow bastelt und baut viele Stunden im Jahr – nur für Weihnachten. Der 72-Jährige fertigt Schwibbögen in den unterschiedlichsten Variationen. Begonnen hat diese Leidenschaft in den 1980er-Jahren, da baute Klaus Dybowski erstmals eine Weihnachtspyramide.

„Ein Nachbar hatte damals in seinem Keller immer gewerkelt, da habe ich gedacht, das muss ich auch probieren“, erzählt Klaus Dybowski. Damals wohnte er in der Südstadt und obwohl sein Keller klein war, probierte er es aus. Dabei hatte er zuvor gar nichts mit Holz zu tun. Aber handwerkliches Geschick musste er schon frühzeitig erlernen. „Mein Vater ist im Krieg geblieben und da musste ich ran, wenn z.B. tapeziert werden musste“, erinnert er sich. Das sei ihm gar nicht so leicht gefallen. Doch mit der Übung wurde alles besser.

Als Klaus Dybowski neun Jahre bei der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft arbeitete, baute er sich in Gremmelin einen Schuppen. Später war er als Zivilarbeiter bei der Armee tätig und bekam schließlich mit seiner Frau Hilde eine Wohnung in Güstrow. An den Winterabenden beschäftigte sich der gebürtige Magdeburger gern im Keller mit Holz. Begonnen hat er mit Drechselarbeiten und stieg dann schnell auf Laubsägearbeiten um. Seine erste Pyramide steht heute noch.

Zu Beginn gab es in der DDR Abplätt-Muster, also zum abpausen – heute lässt sich Klaus Dybowski die Muster schicken. Doch so manches ändert er am Computer ab und gibt seine eigene Note hinzu. Die Arbeit ist nicht einfach. „Mit dem letzten Schnitt kann noch alles kaputt gehen“, weiß er. Dennoch hat er immer wieder Freude, Neues auszuprobieren. So gestaltete er jetzt den Dresdner Fürstenzug als Unterständer für einen Schwibbogen, den er auch beleuchtet hat. Arbeitete der zuletzt als Hausmeister tätige Güstrower früher mit Kiefernholz, nutzt er heute vier Millimeter starkes Birkenholz. „Das braucht es für die Stabilität“, sagt er.

Heute ist er als Rentner nicht mehr auf die Abendstunden angewiesen, sondern kann gleich ab 9 Uhr morgens seinem Hobby nachgehen. In den vergangenen Wochen gab es auch viel zu tun, das ist für ihn wie ein Lebenselixier. „Diese Beschäftigung macht zufrieden“, sagt er. Die beiden Kinder und vier Enkel sind inzwischen mit Schwibbögen versorgt – und für dieses Jahr ist die Arbeit getan. Doch sicherlich gibt es im kommenden Winter wieder einige Stunden, die Klaus Dybowski an seinen leuchtenden Bögen sitzt und sich dann in der Weihnachtszeit daran erfreut.  

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen