Oettelin : Zu jung für das Gnadenbrot

Julia Fietz vom Verein „Gnadenbrothof“ fand diese beiden Mischlingshunde auf der Straßen zwischen Ziesendorf und Schwaan. Inzwischen sind sie wieder zu Hause. Foto: Ralf Badenschier
Julia Fietz vom Verein „Gnadenbrothof“ fand diese beiden Mischlingshunde auf der Straßen zwischen Ziesendorf und Schwaan. Inzwischen sind sie wieder zu Hause. Foto: Ralf Badenschier

Julia Fietz liefen zwei schwarze Mischlingshunde vor das Auto. Sie brachte die "Findlinge" in die "Villa der kunterbunten Tiere" Oettelin. Die Besitzerin holte die Vierbeiner am Dienstag wieder nach Hause.

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16. Mai 2013, 06:04 Uhr

Oettelin | Die "Villa der kunterbunten Tiere" in Oettelin hatte vor einigen Tagen zwei neue "Bewohner" - zwei kleine schwarze Mischlingshunde. Doch während die meisten der rund 45 Vierbeiner der "Tier-WG" dort ihr Gnadenbrot bekommen, sollten die zwei "Neulinge" schnell wieder die Villa verlassen. "Am schönsten wäre es, wenn sich die Besitzer melden würden", sagt Julia Fietz. Die junge Frau ist Schriftführerin des Vereins "Gnadenbrothof", den ihre Mutter Maria-Barbara Tempelmann mit Freunden vor einigen Jahren in dem kleinen Dorf gegründet hat. Julia Fietz liefen die beiden Hunde vor das Auto. "Ich entdeckte die Tiere in der Nacht auf der Straßen zwischen Ziesendorf und Schwaan. Selbstverständlich nahm sie sie nach Oettelin mit, mit dem Ziel, dass sie von den Besitzern abgeholt werden.

Tiere wieder zu Hause in Groß Grenz

Das geschah dann auch wie gewünscht. Die beiden Mischlingshunde wurden Dienstag von der Besitzerin, Maria Witt aus Groß Grenz, bei Maria-Barbara Tempelmann vom Verein "Gnadenbrothof" abgeholt. Die Tiere seien vom Grundstück verschwunden. Maria Witt bedankte sich bei Julia Fietz.

Seit mehr als fünf Jahren kümmert sich der Verein "Gnadenbrothof" um ausgesetzte und kranke Tiere. Die 17 Vereinsmitglieder kommen aus Oettelin, Rostock, Hamburg und Frankfurt/M. Vor knapp 20 Jahren kam Maria-Barbara Tempelmann berufsbedingt nach Mecklenburg-Vorpommern. Die Leidenschaft zu Tieren sei "angeboren". In Oettelin fand sie den Ort, um Tieren einen Ort zu geben, wo sie ihr Lebensabend verbringen und ihr Gnadenbrot bekommen.

Gegenwärtig leben 45 Tiere, u.a. zehn Pferde, Ponys, Esel, zwölf Hunde und rund zehn Katzen auf dem "Gnadenbrothof". Vor einigen Wochen kamen zwei Lamas und ein Esel von einem Gnadenhof in Nordrhein/Westfalen hinzu. "Die Betreiberin musste den Gnadenhof aus gesundheitlichen Gründen aufgeben", erzählt Maria-Barbara Tempelmann. Auch zwei Ziegen sind neu hinzugekommen. Der Besitzer sei nicht mehr in der Lage gewesen, sich um die Tiere zu kümmern. Die liefen nur noch an Ketten. "Doch der Mann wollte sie nicht schlachten", erklärt die Vereinsvorsitzende. Auf Grund der Artenvielfalt müssen die Mitglieder ständig das Areal erweitern, neue Unterstände bauen, um Tiere auch trennen zu können. Für den Auslauf und die Futterversorgung bewirtschaftet der Verein rund vier Hektar Grünland. Da müssen die Mitglieder regelmäßig Hand anlegen und das alles muss bezahlt werden. "Auch die zum Teil hohen Tierarztkosten", so Tempelmann. Denn viele der Tiere sind alt, die meisten müssen regelmäßig geimpft werden. Doch das alles nehmen die Vereinsmitglieder auf sich, möchten, dass die Tiere in Ruhe und Würde ihre letzten Jahre verbringen können. Ganz anders ist das mit den beiden Mischlingshunden. "Die waren viel zu jung, um hier ihr Gnadenbrot zu bekommen", sagt Fitz.

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