Kommunalwahl 2014 : Zitterpartie in Dolgen am See

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Mit sechs Bewerbern nur Minimalvariante einer Gemeindevertretung möglich / Auch in Hohen Sprenz mehr Sitze als Kandidaten

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25. März 2014, 06:00 Uhr

In der Gemeinde Dolgen am See kann es eng werden, wenn am 25. Mai Gemeindevertretung und Bürgermeister gewählt werden. Für neun Sitze gibt es nur sechs Bewerber. Das ist das Minimum, damit eine Gemeindevertretung überhaupt arbeitsfähig ist. Auch in Hohen Sprenz gibt es weniger Bewerber als Sitze in der Gemeindevertretung. Allein in Wardow ist das Interesse an Kommunalpolitik ausreichend.

Scheitern kann die Wahl der Gemeindevertretung für Dolgen am See, wenn z. B. einer der Einzelbewerber so viele Stimmen auf sich vereint, dass ihm zwei Sitze zustehen, oder die CDU so stark wird, dass ihr drei Sitze zustehen würden, wo doch nur zwei Kandidaten auf der Liste stehen, erklärt Wahlleiterin Petra Müller. „Die Politikverdrossenheit ist groß und die Parteien interessieren sich augenscheinlich nicht mehr fürs flache Land“, erklärt sich Bürgermeister Eckhard Borrmann die Situation. In der Vergangenheit sei neben der CDU und den Linken auch die SPD mit einer Liste angetreten. Die Sozialdemokraten seien nun nicht mehr dabei. So gebe es nun drei Einzelkandidaten, zwei auf CDU-Liste und einer auf der Liste der Linken in Dolgen am See. „Wir haben noch weitere Bürger angesprochen. Keiner fand sich bereit“, berichtet Borrmann. Er selbst trete für den Posten des Bürgermeisters wieder an. „Ich möchte weiterführen, was begonnen wurde“, erklärt er.


Irgendwann alle mit Laage vereint?


Vielleicht läuft im Laager Bereich irgendwann alles darauf hinaus, dass sich die Gemeinden der hauptamtlich geführten Kommune im Zentrum anschließen, vermutet Dolgens Bürgermeister ebenso wie Günter Schink. „Aber solange es geht, wollen wir eigenständig bleiben“, betont der Wardower Bürgermeister. Sicher sei es schwer, Leute für die ehrenamtliche Arbeit auf kommunaler Ebene zu motivieren, noch aber gelinge das in Wardow. Er selbst und weitere Gemeindevertreter hätten die Trommel gerührt, damit genug Kandidaten zusammenkommen. Das sei mit 16 Bewerbern für elf Plätze (zehn Gemeindevertreter, ein Bürgermeister) gelungen. Fünf Namen stehen auf der CDU-Liste. Hinzu kämen viele Einzelbewerber. Dabei sei die finanzielle Situation der Gemeinde Wardow nicht rosig. „Wir haben so gut wie keine Gewerbesteuern. Deshalb wird es immer schwieriger“, erklärt Schink. Ohne Kassenkredit werde man schon in diesem Jahr kaum noch auskommen.


Statt sieben künftig neun Sitze in Sprenz


In Hohen Sprenz gibt es acht Bewerber für neun Plätze. „Wir hatten bisher sieben Sitze. Weil die Gemeinde bei den Einwohnern aber die 500 überschritten hat, sind es nun neun“, erklärt Bürgermeisterin Angelika Exler. Das habe man nicht gleich im Blick gehabt, sonst hätte man noch mehr Werbung gemacht. Allerdings geht Exler davon aus, dass die Gemeindevertretung auch nach der Wahl arbeitsfähig sein wird. Sie selbst kandidiert wieder für das Bürgermeisteramt, weiß aber um Gründe, die für manchen gegen eine Kandidatur sprechen würden. Einen Herausforderer gibt es wie in allen anderen Gemeinden des Amtes Laage nicht. Beruf und kommunales Ehrenamt seien nur schwer unter einen Hut zu bekommen.„Man macht sich in diesem Amt auch nicht nur Freunde“, sagt sie.


Diekhof wählt lediglich einen Bürgermeister


In Diekhof ist am 25. Mai keine Gemeindevertretung zu wählen. Das war nach dem geschlossenen Rücktritt der Gemeindevertretung im vergangenen Sommer schon im Januar passiert. Die Gemeindevertreter sind bis zum Ende des nächsten Legislaturperiode gewählt, Bürgermeister Rolf Matschinsky dagegen nur für wenige Monate. Er war im Februar aus den Reihen der Gemeindevertreter gewählt worden, will sein Amt fortführen und tritt im Mai wieder an.

In Laage selbst gibt es 47 Bewerber um 17 Sitze in der Stadtvertretung.

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