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SVZ-Serie Vereine in der Region : Zirkusfamilie über 300 Jahre

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Förderverein unterstützt das private Malmström-Museum auf vielerlei Art.

Wer das Haus Zu den Wiesen 17 in Güstrow betritt, dem weht schon auf dem Flur Zirkusgeschichte entgegen. Mit zahlreichen Dokumenten, Fotos, Plakaten, Kostümen oder Requisiten wird in zwei Ausstellungsräumen des kleinen Privatmuseums die fast 300-jährige Geschichte der Kolter-Malmströms dargestellt.

Ende der 1960er-Jahre hatte Herbert Malmström begonnen im ehemaligen Pferdestall, der als Probenraum für die Artisten genutzt wurde, ein Museum einzurichten. Das wurde, ergänzt durch viele Exponate, die Sohn Torsten von seinen Tourneen mitbrachte, am 2. Januar 2000 in neuen Räumen eröffnet. Ein Dreivierteljahr zuvor, am 5. März 1999, hatte sich der Förderverein des privat betriebenen Malmström-Museums gegründet. „Neun Gründungsmitglieder hatten sich dazu zusammengefunden. Erster Vorsitzender war Ralf-Jürgen Girbig“, zitiert Wolfgang Malmström aus dem Protokoll.


Zirzensischen Erbe bewahren


Von Anfang an engagierten sich die Vereinsmitglieder beim Aufbau des Museums und formulierten in der Satzung das Ziel, zur „spezifisch kulturellen Traditionspflege“ und zur „Wahrung des zirzensischen Erbes“ aktiv beizutragen. Jochen Fuchs, seit 2003 Vorsitzender des Vereins, verweist auf einen anderen Passus in der Satzung: „Wir wollen alle Aktivitäten unterstützen, die geeignet sind, die öffentliche Ausstrahlung des Malmström-Museums und seinen Ruf als kulturelle Wirkungsstätte der Stadt Güstrow zu fördern.“ So bringen sich die Mitglieder ein bei Führungen, helfen Ausstellungsstücke zu pflegen oder zu reparieren, forschen in Archiven zur Geschichte der Kolter-Malmströms und pflegen Kontakte zu anderen Museen und Sammlern. So hatte Fuchs beispielsweise im Stadtmuseum Freiberg Material aufgetrieben, womit eine Komplettierung des Kolter-Albums möglich war.

Freilich sind die Ressourcen des Vereins begrenzt. „Wir sind aktuell 28 Mitglieder aus fünf Bundesländern“, sagt Wolfgang Malmström. Ein schmerzlicher Verlust traf den Verein unlängst durch den Tod von Günter Wolf. „Der ehemalige Stadtpräsident war ein glühender Zirkusfreund. Er war ein Türöffner und er fehlt uns besonders durch seinen Frohsinn, mit dem er auch schwierige Zeiten im Verein überwinden half“, würdigt Fuchs das ehemalige Mitglied.


Mit unermesslichem Fundus mehr werben


Der Vorsitzende macht sich Gedanken, wie junge Menschen für den Verein und seine Ziele begeistert werden könnten. „Wir schmoren ja nicht im eigenen Saft, sondern unternehmen auch einiges“, sagt Fuchs, der als Richter am Rostocker Landgericht arbeitet. So besuchten die Vereinsmitglieder im vergangenen Jahr Varieté-Vorstellungen in Hamburg und Vorstellungen der Zirkusse Roncalli in Rostock und Krone in Wismar. In diesem Jahr ist eine Fahrt nach Berlin geplant, wo historisches Filmmaterial von einem Auftritt der Malmströms 1975 in der Show „Menschen – Tiere – Sensationen“ gesichtet werden soll. Im nächsten Jahr wird es 100 Jahre her sein, dass sich die Malmström-Familie in Güstrow niederließ. „Auch zu diesem Termin wird sich der Verein etwas einfallen lassen“, blickt Fuchs voraus.

Vor allem aber plädiert der Vereinschef dafür, mit dem unermesslichen Fundus des Museums bei Touristen und Einheimischen zu werben. „Der über 100 Jahre alte originale Packwagen im Garten oder die Originalkostüme in den beiden Museumsräumen, u.a. Herbert Malmströms Tante-Emmi-Kostüm, oder die ‚Trophae Tele Monte Carlo’, die Fürsten Gracia Patricia Torsten Malmström 1979 überreichte, sind Zeugnisse einer großartigen Zirkusgeschichte. Sie verdienen unser Interesse“, bekräftigt Fuchs.




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erstellt am 12.Mai.2016 | 05:00 Uhr

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