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Wildtierverbot? : Zirkus wehrt sich gegen Kritik

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Die Tierrechtsorganisation Peta klagt die Wildtierhaltung des Zirkus „Voyage“ an. Die Mitarbeiter sprechen von einer Hetzjagd und kontern mit Transparenz.

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erstellt am 08.Okt.2015 | 06:00 Uhr

Kaum ist der Zirkus in der Stadt, schaltet sich die weltweit agierende Tierrechtsorganisation Peta ein. Der in Güstrow gastierende Zirkus „Voyage“ weise mangelhafte Haltungsbedingungen für die Elefanten, Giraffen, das Nashorn und das Flusspferd auf. Die Haltung dieser exotischen Tierarten in einem mobilen Zirkusbetrieb sei systembedingt mit erheblichen Einschränkungen für die Tiere verbunden, heißt es in einem Schreiben an unsere Redaktion. Mit den Vorwürfen konfrontiert, zeigte sich Zirkussprecherin Bettina Richter gestern Nachmittag nicht überrascht. „Das ist eine regelrechte Hetzjagd dieser selbst ernannten Tierschützer – allen voran Peta“, sagt Bettina Richter zu den Vorwürfen.

„Wir stehen hinter dem was wir tun und zu einem Zirkus gehören nun einmal Tiere“, sagt sie weiter. Zudem werde der Hagener Zirkusbetrieb an jedem Spielort von einem Amtstierarzt kontrolliert. „Man kann schon sagen, dass ein Zirkus zu den am meisten kontrollierten Tierhaltungen gehört. Außerdem gibt es ganz detaillierte Auflagen vom Ministerium, an die wir uns halten müssen“, so die Zirkussprecherin, die seit der Gründung des Zirkus „Voyage“ im Jahr 1998 zum Team gehört.

Das Leben auf Reisen sei für die Tiere abwechslungsreich. Immer wieder stehen sie auf einem anderen Boden, was gerade für die Huftiere von Vorteil sei, so Bettina Richter. Davon konnten sich gestern auch die Gäste bei der Tierfütterung überzeugen. „Wir lassen die Gäste bewusst hinter die Kulissen schauen und Fragen stellen – in diesem Punkt ist es wichtig als Zirkus transparent zu sein“, ist sich die Zirkusmitarbeiterin sicher. In der Vergangenheit habe es auch Kritik an der Haltung der Giraffen gegeben, weil eines der Tiere starke Narben an den Beinen aufwies. „Das war 2008“, erinnert sich Bettina Richter zurück und erzählt weiter: „Die Giraffe ist in ihrem Gehege ausgerutscht. Das war ein Unfall, der auch in freier Wildbahn hätte passieren können.“

Als Beispiel für die gute Tierhaltung fügt die Zirkussprecherin das Alter des Nashornbullen Hulk ins Feld: „Er wäre nicht 46 Jahre alt, wenn es ihm schlecht gehen würde.“ Auch Flusspferd Jedi ist bereits über 40 Jahre alt – wild lebende Exemplare erreichen dieses Alter oft nicht einmal. Auch die Elefanten Malou, Mogli, Sabi und Chuppek seien kerngesund. Gemeinsam stehen sie in einem mehr als 150 Quadratmeter großen Gehege und werden nie angekettet. „Unsere Tiere sind unser Kapital – allein deswegen tun wir alles, damit es ihnen gut geht. Wir werden weiter kämpfen“, sagt Bettina Richter entschlossen.

Wer sich von der Tierhaltung und dem vielfältigen Programm überzeugen will, kann den Zirkus „Voyage“ heute um 16 Uhr, Freitag und Sonnabend 16 und 19.30 Uhr sowie am Sonntag 11 und 15 Uhr auf dem Platz an der Bleiche in Güstrow erleben.

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