Weg ins Leben : Ziel ist das selbstständige Wohnen

Leben seit 15 Jahren im Wohnhaus Kastanienstraße: Liane und Helmut Thoma.
Leben seit 15 Jahren im Wohnhaus Kastanienstraße: Liane und Helmut Thoma.

15 Jahre Wohnhaus Kastanienstraße in Güstrow: Ein Zuhause für Menschen mit Behinderung

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06. August 2015, 06:00 Uhr

Seit 15 Jahren leben Liane und Helmut Thoma selbstständig in einer Appartementwohnung im Wohnhaus Kastanienstraße, einer Einrichtung der Diakonie Güstrow. Sie organisieren sich weitgehend selbst, haben eine gemütlich eingerichtete Wohnung und nehmen in der Freizeit an vielen Aktivitäten teil. An ihrer Seite haben sie professionelle Begleiter, wo sie Beratung und Unterstützung bei allen Fragen des alltäglichen Lebens finden.

„Das gibt Sicherheit“, meint Helmut Thoma. Er lebte zuvor auf dem Domgut und hat dort in der Landwirtschaft gearbeitet. „Die Wohnbedingungen waren sehr einfach gewesen“, erinnert sich der Rentner.

Bevor Liane Thoma vor 15 Jahren in die Kastanienstraße gezogen ist, hat sie über viele Jahre im Elisabethhaus in Werle gelebt. „Der Umzug nach Güstrow fiel mir damals sehr schwer“, erzählt die 59-Jährige. Aber die deutlich bessere Wohnqualität und die tollen Angebote in der Stadt Güstrow hätten sie schnell überzeugt.


Chance für behinderte Menschen vom Lande


„Früher gab es für Menschen mit Behinderung nur die Möglichkeit, zuhause zu wohnen oder in ein Heim zu gehen“, weiß Bereichsleiter Andreas Zobel. „Heute gibt es mit dem ambulant begleiteten Wohnen eine weitere Wahlmöglichkeit. Ziel ist immer das selbstständige Wohnen. Die meisten unserer Bewohner wollen in einer eigenen Wohnung leben und werden hier darauf vorbereitet“, ergänzt er. Acht Bewohner haben in den letzten Jahren den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt und werden in ihrer eigenen Wohnung ambulant betreut.

Derzeit leben 45 Frauen und Männer im Alter zwischen 26 und 87 Jahren im Wohnhaus Kastanienstraße. Die Einrichtung wurde jahrzehntelang unter dem Namen Domaltersheim als Altenpflegeheim genutzt. Gebaut wurde es 1936 und 14 Jahre später der Domgemeinde gestiftet. Da das Haus als Pflegeeinrichtung jedoch nicht weitergeführt werden konnte, wurde es 1997 dem Fachbereich der Behindertenhilfe der Diakonie Güstrow zugeordnet und in ein Wohnhaus umgebaut. Für den Bereich der Behindertenhilfe erfüllte sich zur damaligen Zeit damit ein großer Wunsch, denn endlich konnten Menschen mit Behinderung aus dem ländlichen Bereich in die städtische Gemeinde integriert werden.  

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