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Forschungsobjekt : Ziel: Dunkelfeld bei Kriminalität beleuchten

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Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Auch bei ersten, ausgewählten Bewohnern unseres Landkreises trafen Fragebögen zum Thema Kriminalität ein

svz.de von
erstellt am 20.Jan.2015 | 05:00 Uhr

Auch bei vielen Bewohnern des Landkreises Rostock sind sie inzwischen in den Briefkästen gelandet: Befragungsbögen des Innenministeriums von Mecklenburg-Vorpommern zu Dunkelfelduntersuchungen über Kriminalität und das subjektive Sicherheitsempfinden der Bürger in ihrem unmittelbaren Wohnumfeld.

Solche Befragungen werden in diesem Jahr in unserem ganzen Bundesland vorgenommen. Die Teilnehmer an dieser „Dunkelfeldstudie“ werden nach dem Zufallsprinzip in Zusammenarbeit mit dem Einwohnermeldeämtern der Regionen ausgewählt. „Unser Ziel ist es, mit dieser Umfrage genauere Angaben zur Kriminalitätslage sowie dem Sicherheitsgefühl der Bevölkerung in unserem Bundesland zu gewinnsen“, erläutern die Organisatoren in dem Schreiben an die ausgewählten Studien-Teilnehmer.

Organisiert und umgesetzt wird die Befragungsaktion im Auftrag des Innenministeriums MV gemeinsam vom Landeskriminalamt MV, von der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung, Polizei und Rechtspflege (FHöVPR) Güstrow und der Universität Greifswald.

Für die Gewinnung von Informationen über die Kriminalitätslage im Land und die Entwicklung von entsprechenden Gegen-Maßnahmen, bildet die regelmäßige Kriminalitätsstatistik eine Grundlage. Doch erfasst diese nur die der Polizei bekannt gewordenen Straftaten – das sogenannte Hellfeld.

„Ein Großteil der begangenen Straftaten aber wird erst gar nicht angezeigt und bleibt deshalb leider unbekannt, also im Dunkelfeld. Aus diesem Grunde sind wir auf die Mithilfe der Bevölkerung angewiesen“, erläutern die Organisatoren in ihrem Anschreiben an die ausgewählten Kandidaten.

Denn um eine effektive Kriminalitätsbekämpfung gewährleisten zu können, sei es erforderlich, mehr Informationen zur aktuellen Kriminalitätslage und zu einzelnen Kriminalitätsschwerpunkten zu gewinnen“, erklärt Ingolf Mager, Direktor des Landeskriminalamtes.

„Im Interesse der Sicherheit unserer Bürger erwarte ich von der Dunkelfeldstudie auch Ansatzpunkte für die zukünftige Ressourcenplanung bei der Polizei“, so Innenminister Lorenz Caffier (CDU). Es gehe darum, Antwort auf die Fragen zu finden: Wo können wir von einer Entspannung ausgehen? Wo können und müssen wir die Kriminalitätsbekämpfung verbessern? Und wo müssen wir das Personal erforderlichenfalls umschichten oder sogar verstärken?“, sagt er. Insgesamt sollen im ganzen Land im Januar und Februar 2015 achttausend Bürgerinnen und Bürger postalisch zu dem Themen Opferwerdung, Anzeigenbereitschaft u. a. befragt werden. Die Fragen beziehen sich auf das vergangene Jahr 2014.

Die Mitarbeit an der Befragungsaktion ist freiwillig, kostenlos und anonym. In welcher Straße man genau lebt und wie man heißt, muss man nicht angeben.

Es geht nur um die Angabe, in welchem Landkreis von MV und in welcher der beiden Städte Schwerin oder Rostock man lebt. Neben Angaben zur Dunkelfelderhebung und zum Sicherheitsgefühl der Bevölkerung ist die Tätigkeit der polizeilichen Arbeit vor Ort einzuschätzen.

Erste Ergebnisse der Dunkelfelderhebung sind für Juni 2015 zu erwarten, eine ausführliche Gesamtdokumentation und Auswertung Anfang 2016. Die Kosten der Studie werden sich auf etwa 44 000 Euro belaufen.

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