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Bahnhofsvorplatz : Zieht Arbeitsamt hier wieder aus?

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Neubau am Bahnhof wird zu klein / Synergie durch Zusammenzug von Jobcenter und Arbeitsagentur / Bekenntnis zu Güstrow bleibt

Genau 15 Jahre ist es her, da schlugen die Wellen der Empörung hoch an der Nebel: Ein neues Arbeitsamt wird gebaut, an der Stelle, die seit Jahrzehnten ein Blumenladen zierte, direkt an die Nebel! Viel zu spät hatten Güstrower Bürger das Vorhaben bemerkt und protestierten nun gegen die Verschandelung des Stadt-Eingangsbereiches für Bahn-Ankömmlinge. Stadtvertreterbeschlüsse zum Verkauf des Geländes an den Investor waren da schon durch, die Baupläne abgesegnet. Ausgerechnet an die BIG Bauen und Wohnen GmbH, ein Zweigunternehmen des treuhänderischen Sanierungsträgers der Stadt, hatte der Kommune das nach der Wende erworbene Flurstück abgekauft – um es großflächig zu bebauen. Hotelpläne an dieser Stelle waren zuvor gescheitert.

Der Landkreis erteilte schließlich die Baugenehmigung, weil das Vorhaben rechtlich nicht mehr angreifbar gewesen sei. Die Arbeitsagentur, als Nutzer des künftigen fünfgeschossigen Klotzes an der Nebel von Anfang an im Spiel, ließ sich nicht umstimmen, die BIG auch nicht. Ein halbes Jahr lang hatte die Bürgerinitiative „Mit Herz für Güstrow“ Unterschriften gegen den Neubau gesammelt: 6700! Es war nach der Wendezeit die größte öffentliche Auflehnung in der Barlachstadt. Geholfen hatte es nichts.

15 Jahre nach dem Einzug plant das Arbeitsamt den Auszug aus „seinem“ Bau in der Güstrower Eisenbahnstraße 12. In zwei Jahren soll das soweit sein. Schon jetzt suchen Bundesagentur und Jobcenter ab dem Frühjahr 2016 neue Büroräume. Zehn Jahre lang, so die Offerte an potenzielle Verpächter, wolle man sich rund 4700 Quadratmeter Mietfläche neu erschließen.

Diese SVZ-Informationen bestätigt Thomas Drenckow, Pressesprecher des Arbeitsamtes Rostock. Ziel sei es, die getrennten Einrichtungen Jobcenter und Arbeitsagentur, Letztere derzeit am Platz der Freundschaft in der Südstadt ansässig, unter einem Dach zu vereinen. Drenckow: „Wir arbeiten mit Beitragsgeldern, und die müssen wir vernünftig verwalten.“ Da sei das Optimieren von Preis/Leistung immer angesagt. Es sei auch nicht unüblich, beide Einrichtungen in einem Objekt unterzubringen. Die Annonce will der Sprecher als „klares Bekenntnis zum Standort Güstrow“ verstanden wissen, an dem alle erforderlichen Dienstleistungen vorgehalten werden sollen. Dabei verspreche man sich Synergieeffekte, wenn alles unter einem Dach ist – wenn beispielsweise der Arbeitgeberservice in einem Pool zusammengebracht wird.

110 Mitarbeiter sind laut Drenckow derzeit im Jobcenter in der Eisenbahnstraße tätig. Schon eng genug, passten da die 33 Mitarbeiter aus der Südstadt nicht auch noch rein. „Wir wollen bessere Arbeitsbedingungen sowie besseren Service für unsere Kunden“, gibt der Pressesprecher den Grund für die Suche nach neuen Räumen an, ohne sich schon festlegen zu wollen, ob am Ende auch tatsächlich aus der Eisenbahnstraße 12 ausgezogen wird. „Die Frage ist ja, ob die Ausschreibung erfolgreich wird“, sagt Drenckow, ohne auch zu dementieren, dass der Einzug in einen neuen Neubau durchaus infrage käme.


 

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