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Güstrower Spezialbetrieb : Zerlegt und danach wieder wie neu

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

OmSa GmbH Güstrow setzt Busse und Straßenbahnen instand. Oldtimer sind ein besonderes Standbein. Die Firma macht zwei Millionen Euro Jahresumsatz

Andreas Loh sorgt an einem Bus für den Unterbodenschutz und konserviert die Hohlräume. In einer anderen Halle arbeiten Karosseriebauer Daniel Hildebrandt und Thomas Sill an einem Ikarus 280, der 25 Jahre auf dem Buckel hat. Der Oldtimer kommt aus Chemnitz. „Wir zerlegen und erneuern ihn, so dass er gut und gern wieder fünf, sechs Jahre hält“, erklärt Werkstattleiter Sill. Er gehört zu den 30 Mitarbeitern der OmSa (Omnibussanierung) GmbH Güstrow in der Lagerstraße.

Den Spezialbetrieb gibt es seit 1. Februar 2007. Er startete mit 15 Mitarbeitern. Gegründet wurde er von Peter Köller, Elke Moll und Jörg Praefke, geschäftsführende Gesellschafter. Alle drei bringen sich mit ihren Erfahrungen und ihrem Fachwissen aus einer jahrelangen Tätigkeit im VEB KIW (Kraftfahrzeug-Instandsetzungswerk) und bei der Manika GmbH ein. Das Dreigestirn begann, nachdem es sich als Minderheitsgesellschafter von Manika getrennt hatte. „Wir wollten für uns und unsere Mitarbeiter mit eigenen Vorstellungen eine neue Zukunft planen. Das ist uns gelungen. Manika gibt es seit 2012 nicht mehr, uns ja“, betont Peter Köller.

OmSa bietet als typenoffene Firma als wichtigstes Standbein die Zweckinstandsetzung – Generalinstandsetzung – von Omnibussen sowie Straßenbahnen an. Außerdem werden Unfallfahrzeuge hergerichtet, Fahrerhäuser repariert und Sattlerarbeiten für Pkw übernommen. Die Kunden kommen aus ganz Deutschland. Eine Besonderheit von OmSa sind Oldtimer. Jörg Praefke nennt als Beispiele einen Garant-Bus, Baujahr 1960, für einen Omnibusbetrieb in Thüringen und eine Straßenbahn LOWA 801 (Jahrgang 1956) für das Verkehrstechnische Museum Chemnitz. Auch Extras, die nicht alle Tage geordert werden, liefert Omsa ab. Dabei können die Mitarbeiter ihre kreative Arbeit und Ideen in besonderer Weise zeigen. So bauten sie einen Doppeldecker-Bus als Aufenthaltsgelegenheit für Busfahrer an einer Haltestelle um. Peter Köller: „Da mussten z.B. eine andere Heizung und klappbare Tische eingebaut werden.“


Seit 2007 in umkämpftem Markt


Die Arbeiter leisten eine körperlich harte und verantwortungsvolle Aufgabe. „Leider sind nicht mehr viele dazu bereit“, macht Peter Köller eine Tendenz aus, die sich bei der Suche nach Lehrlingen und neuen Mitarbeitern zeigt. Trotzdem: Mit der jetzigen Truppe mit Karosserie-Instandhaltungsmechanikern, die im Betrieb ausgebildet werden, Schweißern oder Elektrotechnikern weiß die Chef-Etage das geballte Fachwissen hinter sich. „Wir machen alle das, was wir gelernt haben“, sagt Jörg Praefke. Die Belegschaft agiert dabei in einem umkämpften Markt. „Es gibt in Deutschland eine Handvoll Mitbewerber. Aber auch im Ausland bieten Firmen solche Leistungen an“, erklärt Peter Köller. Das Besondere beim Start sei gewesen, dass alles allein ohne Bankkredite gestemmt wurde, hebt er hervor. Es lief aber alles gut an und OmSa überzeugt bis heute mit persönlicher Kundenbetreuung, Qualität, dem Preis-Leistungs-Verhältnis und der Verweildauer der Fahrzeuge. Außerdem wurde in die Firma investiert, bisher rund 200 000 Euro. Es wurden z.B. neue Hallen gebaut sowie neue Schweißmaschinen oder Hebeanlagen angeschafft. „Uns gelang es aber vor allem, bei unseren Partnern Vertrauen aufzubauen“, sagt Peter Köller. Jörg Praefke erklärt dazu: „Wir betrachten jedes Fahrzeug mit den Augen des Kunden.“

Allerdings gibt es Abhängigkeiten, die wenig zu beeinflussen sind. Köller nennt Gebietsreformen, Fusionen und Konzessionsvergaben. Die Auftragslage ist gut. Elke Moll: „Wir haben unseren Umsatz kontinuierlich auf zwei Millionen Euro im Jahr gesteigert und es gibt weiter Luft nach oben.“


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