Kläranlage Parum : Zentrifuge auf Herz und Nieren geprüft

Die Zentrifuge hängt am Haken: Ein Autokran hebt das technische Gerät über das Dach nach draußen. Mit dabei: Servicemitarbeiter Lutz Michaelis (l.) und Vorarbeiter Mirko Klein
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Die Zentrifuge hängt am Haken: Ein Autokran hebt das technische Gerät über das Dach nach draußen. Mit dabei: Servicemitarbeiter Lutz Michaelis (l.) und Vorarbeiter Mirko Klein

Die Zentrifuge zur Entwässerung des Klärschlamms wird komplett zerlegt und gewartet – die Wartung dient der Sicherstellung des Arbeitsschutzes.

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04. Mai 2017, 05:00 Uhr

Ein seltener Anblick bot sich am Dienstagvormittag auf dem Gelände der Kläranlage in Parum. Ein Telekran hob eine der beiden Zentrifugen über eine Serviceöffnung im Dach nach draußen. Der Grund: Das technische Gerät, das der Entwässerung des anfallenden Klärschlamms dient, muss gewartet werden.

„Einmal im Jahr wird die Zentrifuge im unzerlegten Zustand und damit im Inneren des Gebäudes kontrolliert“, erklärt Gebietsleiter Andreas Russ und fügt hinzu: „Was wir heute machen, ist die Wartung im komplett zerlegten Zustand – eine Prüfung nach Unfallverhütungsvorschrift (UVV).“ Die Zentrifuge, die gerade noch am Haken des Krans hing, wird innerhalb eines Tages komplett auseinander genommen. Die Wartungsfirma Sülze Klein aus Niederfischbach bei Siegen kontrolliert dabei u.a. die innenliegende Schnecke und Welle der Großzentrifuge. „Dabei geht es insbesondere um mechanische Schäden und Rissbildung im Inneren“, erklärt Mirko Klein, Vorarbeiter im Bereich Kläranlagen in der Parumer Anlage.

Die Zentrifuge, die im Jahr 2012 für rund 160 000 Euro inklusive aller Anbauteile und Nebengeräte angeschafft wurde, ist hohen Belastungen ausgesetzt. „Sie läuft an fünf Tagen in der Woche täglich mindestens zehn Stunden – bei 3600 Umdrehungen in der Minute kommt da ganz schön was zusammen“, weiß Vorarbeiter Mirko Klein. Ein Schaden könnte verheerende, mitunter tödliche Auswirkungen haben – darum auch die akribische Wartung, die mit rund 4000 Euro zu Buche schlägt.

„Von außen sieht erst einmal alles gut aus“, sagt Servicemitarbeiter Lutz Michaelis, während er beginnt die vielen Schrauben zu lösen. Wenn alles in Ordnung ist und keine größere Reparatur notwendig wird, kann die Zentrifuge heute Mittag wieder über das Dach eingesetzt werden. Bis dahin haben die Arbeiter jedoch alle Hände voll zu tun. „Wir nutzen die Gelegenheit auch gleich für Reinigungsarbeiten, denn durch die Demontage kommen wir natürlich viel besser auch an alle Rohrleitungen heran“, erklärt Mirko Klein.

Der in der Zwischenzeit entstandene Klärschlamm wird bis zur erneuten Inbetriebnahme der Zentrifuge im Schlammspeicher gepuffert. „Den haben wir vorher schon runtergefahren, damit hier auch ausreichend Platz ist“, sagt Mirko Klein weiter.

Aber auch eine länger andauernde Reparatur wäre möglich, denn die Kläranlage Parum hält für den Notbedarf eine zweite Zentrifuge vor, die mit ihren nunmehr 25 Jahren jedoch weniger Leistung hat (2300 Umdrehungen pro Minute). Das diese zum Einsatz kommen muss, hoffen Mirko Klein und seine Kollegen aber nicht. Erst in frühestens drei Jahren steht die nächste UVV-Prüfung im zerlegten Zustand wieder an – erst dann wird die Zentrifuge wieder mit dem Telekran nach draußen gehoben und auf Herz und Nieren geprüft.

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