Ernteextra 2017 : Zentner Trauben aus einer Rebe

Vorfreude auf schönen Wein: Silvia Tänzler bei der Ernte. Im Hintergrund wächst der Stamm der Rebe.
Foto:
1 von 2
Vorfreude auf schönen Wein: Silvia Tänzler bei der Ernte. Im Hintergrund wächst der Stamm der Rebe.

Ernteextra 2017: Bei Silvia Tänzler wächst eine Phönix-Rebe und liefert Früchte für schönen Wein.

von
20. September 2017, 05:00 Uhr

Den sprichwörtlichen grünen Daumen braucht Silvia Tänzler schon von Berufs wegen. Doch Weinanbau ist eigentlich nicht das Ding der Inhaberin einer Baumschule in Güstrow. Und doch wächst in einem Treibhaus am Bärstämmweg eine recht außergewöhnliche Pflanze. Darauf machte uns Horst Friedrich aufmerksam. „Dies hier ist was Sensationelles!“, klassifizierte der Landessprecher des Pomologenverbandes die von ihm „entdeckte“ Pflanze.

Auf rund 90 Meter Länge, beim Ausmaß von zehn mal fünf Metern Grundfläche unter dem gewölbten Foliendach, schätzt Silvia Tänzler die Gesamtlänge ihrer Rebe. Wohlgemerkt: der einen! Gewachsen aus einer einzigen Phönix-Rebe, die sie vor rund 15 Jahren angepflanzt habe. „Ich habe die nicht wirklich auf Frucht gezogen. Lediglich beim Anpflanzen bekam sie Wasser – und dann nichts mehr.“ Kein Wasser, kein Dünger – Wein suche sich halt, was er braucht. Eigentlich habe die Pflanze mit ihren Blättern nur etwas Beschattung vor zu starker Sonneneinstrahlung geben sollen. Neun Haupttriebe ranken sich aus der einen Pflanze wachsend unter dem ganzen Zeltdach entlang.

Und die hängen voll mit den saftigen kleinen Früchten. Besser: hingen. Gestern war Ernte, etwa zwei Wochen vor der Ernte an Freiluftpflanzen – wenn es denn in diesem regenreichen Jahr mit Freiluftwein aus dem Norden etwas wird. Sieben Eimer voll haben sich ergeben. Im vergangenen Jahr habe sie an die 60 Kilo Trauben mit der klassischen Hand-Spindelpresse noch selbst gepresst. 15 Liter schönen Weines habe sie da im Ballon gehabt, berichtet Silvia Tänzler. Und weil die Handkraft nicht ausreicht, alle Früchte vollständig auszupressen, blieb noch eine Menge übrig, die 17 Liter Saft ergaben. In diesem Jahr fürchtet sie, werde sie kaum dazu kommen und will die Ernte zur professionellen Saftpresse bringen. So hätten die, wenn auch einen recht kleinen, bescheidenen Ersatz für die in diesem Jahr fehlenden Äpfel, denkt Silvia Tänzler.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen