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25 Jahre mauerfall : Zeitzeugen erzählen von ihren Erlebnissen 1989

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Wie am 27. Oktober 1989 gab die Domgemeinde gestern Abend Menschen ein Zuhause – diesmal zum Erinnern

Nach einem Friedensgebet im Dom lauschten die Teilnehmer gestern Abend Zeitzeugen. Sie bezogen dabei Heiko Lietz mit ein, der aus gesundheitlichen Gründen nicht nach Güstrow kommen konnte. Lietz gehörte zur Vorbereitungsgruppe der Bürgerinitiative Neues Forum für die Demo am 27. Oktober 1989.

Pastor Christian Höser moderierte und gab Gelegenheit, das Mikrofon zu ergreifen. Heidemarie Beyer, die auch für ihren verstorbenen Mann sprach, berichtete von den Vorbereitungen der Demo, die Eberhard Beyer maßgeblich mit organisiert hatte. „Heute ist mir noch einmal bewusst geworden, was möglich ist, wenn Menschen ihre Angst verlieren.“

An Unstimmigkeiten, ob man die Polizei für die Demo „einspannen“ sollte, erinnerte Raimund Schmidt. „Als ich dann im VP-Kreisamt vorsprach, rief einer: ,Die Genossen warten schon auf Sie!’ Es war gut, dass wir das mit der Polizei gemacht haben.“

Mit Reimen hatte Uwe Kunkel sich auf den 27. Oktober ’89 vorbereitet. „In einem Gedicht kann ich viel mehr Punkte ansprechen als in offener Rede. Und man kann die Mächtigen lächerlich machen. Doch am 27. Oktober kam ich gar nicht ran! Also habe ich am 3. November einen neuen Anlauf genommen.“ Diese Verse konnte die Runde gestern Abend noch einmal hören.

Einen ganz anderen Blick auf die Ereignisse gewährte Jan Hennings. Der damals Zehnjährige hatte aus Transparentpapier Laternen mit der Aufschrift „Neues Forum“ gebastelt und ging mit Vater Joachim zur Demo. Der weltgewandte promovierte Historiker und Dozent an privater Uni in Instanbul hat erfahren: „Die Mauer ist heute ein Raumteiler der verschiedenen historischen Erfahrungen.“ Seine sind halt die eines damals ostdeutschen Kindes.

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