Frühjahrsbestellung : Zeit für Kartoffeln und Mais

Zwischen Hohen Sprenz und Niendorf wurden gestern Kartoffeln gepflanzt. Kurze Besprechung am Feldrand: Steffen Schulz und Thomas Finck (v.l.)
Zwischen Hohen Sprenz und Niendorf wurden gestern Kartoffeln gepflanzt. Kurze Besprechung am Feldrand: Steffen Schulz und Thomas Finck (v.l.)

Gute Bedingungen für Bestellung landwirtschaftlicher Flächen – Guter Start für Kulturen nach mildem Winter.

von
11. April 2017, 05:00 Uhr

Hochbetrieb auf den Feldern: Der Mais muss in den Boden. Kartoffeln werden gepflanzt. Zuckerrüben dürften in den nächsten Tagen schon auflaufen. Die Landwirte in der Region haben alle Hände voll zu tun.

„Die Bestände sind sehr gut über den Winter gekommen“, sagt Sylvia Tetzlaff, 2. Vorstandsvorsitzende des Landwirtschaftlichen Unternehmens Sarmstorf e.G. und verantwortlich für die Pflanzenproduktion. Ausreichend Regen in den vergangenen Wochen würde außerdem für gute Startbedingungen sorgen. Und es sei auch noch kühl genug gewesen, so dass Raps und Getreide nicht explodiert wären. Auf den Feldern des Landwirtschaftlichen Unternehmens Sarmstorf werden jetzt auf 70 Hektar Kartoffeln gepflanzt. „Den Schwerpunkt bildet momentan aber der Mais“, betont Tetzlaff. Auf 290 Hektar soll die Futterpflanze heranwachsen. Mais wird vor allem zur Versorgung der Milchkühe und des Nachwuchses im eigenen Unternehmen benötigt. Ein Teil werde auch in die nahe Biogasanlage geliefert.

Nicht ganz nach Plan laufen dagegen die Düngung und der Pflanzenschutz. „Der Rapsglanzkäfer ist schon massiv eingeflogen“, berichtet die Landwirtin. Dagegen müsse man vorgehen, weil der Käfer in der jetzigen Wachstumsphase großen Schaden anrichten würde. Für die Ausbringung von Dünger sei es vielfach zu windig gewesen, erklärt Tetzlaff. Auf 31 Hektar müssten in den nächsten Tagen die Zuckerrüben auflaufen. „Zehn Hektar für Lalendorf, gehören wir doch zu den Gründungsmitglieder der Norddeutschen Rüben AG“, erklärt die Fachfrau für Pflazenproduktion.


Körnerebsen auf 200 Hektar


Etwas sorgenvoll schauen auch die Kritzkower Landwirte auf den Raps – wegen der Käfer. Auf ihrem Anbauplan stehen neben den Hauptfrüchten Stärkekartoffeln auf 150 Hektar und Körnererbsen auf 200 Hektar. „Den Erbsenanbau haben wir verdoppelt“, berichtet Irmhild Finck von der Agrargenossenschaft Kritzkow/Hohen Sprenz. Das EU-Förderprogramm „Vielfältige Kulturen“ passe gut in das Konzept des Unternehmens insbesondere hinsichtlich der Fruchtfolge. „Der Wechsel von Blatt- und Halmfrüchten ist wichtig“, erklärt Finck. Das Förderprogramm ziele darauf ab, einheimische Lieferanten von Eiweiß zu unterstützen. Das seien die Leguminosen – u.a. Erbsen, Bohnen und Lupinen –, die den Einsatz von Sojabohnen in Tierfutter zumindest zum Teil ersetzen sollen.


Abgerechnet wird nach der Ernte


Auch wenn die heimischen Eiweißpflanzen der Sojabohne nicht ganz das Wasser reichen könnten, sieht auch Peter Brandt für den Bereich des Bauernverbandes Güstrow eine Entwicklung bei Eiweißpflanzen. Insgesamt seien Wintergetreide und Raps in der Region ordentlich durch den Winter gekommen. „Aber abgerechnet wird erst nach der Ernte“, sagt der Geschäftsführer des Bauernverbandes Güstrow. Niemand könne jetzt sagen, welche Preise dann erzielt werden. Brandt: „Wir fürchten, dass sie eher auf niedrigem Niveau bleiben.“ Das sei eines von vielen Themen auf der Mitgliederversammlung des Bauernverbandes Güstrow in der vergangenen Woche gewesen. Aktuell geht es auch wieder um die EU-Agrarförderung. Bis 15. Mai müssen die Bauern ihre Förderanträge stellen. „Bürokratie ohne Ende“, schimpft der Bauernverbandsgeschäftsführer und nennt als ein Beispiel drei neue Formulare, die auszufüllen sind, um eine Dieselsteuer-Vergünstigung zu erhalten. Auf der politischen Bühne gehe es um das Agrarstrukturgesetz, das in MV diskutiert wird. Stichwort: Ausverkauf von Genossenschaften, jüngstes Beispiel Spoitgendorf. „Im Verband haben wir nur noch sechs Genossenschaften“, betont Brandt. Im Blick habe man auch schon das Jahr 2020. Dann beginnt ein neuen Abschnitt der EU-Agrarförderung, vermutlich wieder mit neuen Regularien,so Brandt.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen