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Filmwelt Güstrow : Zeichen gegen Videothekensterben

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Kevin Reich und Marcus Nitsche betreiben in Güstrow die einzige Videothek weit und breit. Positive Bilanz nach einem Jahr.

von
erstellt am 28.Aug.2017 | 20:45 Uhr

Videotheken sind Auslaufmodelle. Schuld sind immer besser werdende Internetverbindungen. Statt in eine Videothek zu gehen, ziehen sich immer mehr Leute die neuesten Filme einfach aus dem Internet. „Video on demand“ heißt das Schlagwort der zahlreichen kostenpflichtigen Streamingplattformen im weltweiten Netz. Doch Kevin Reich und Marcus Nitsche aus Güstrow wollen diesen Trend nicht hinnehmen und setzen ein Zeichen gegen das Videothekensterben. Als vor einem Jahr die letzte Videothek in Güstrow dicht machte, gründeten sie eine GbR und machten ihren eigenen Laden, „Filmwelt“ in der Eisenbahnstraße auf. Die Bilanz nach einem Jahr: „Videotheken funktionieren noch. Wir steigern die Kundenzahl jeden Monat. Es ist kein Ende in Sicht“, sagt Kevin Reich.

Selbstständigkeit im Nebenerwerb

Die beiden betreiben jetzt in Güstrow die einzige Videothek weit und breit. „Wir haben auch viele Kunden aus Bützow und Teterow“, sagt der 26-jährige Kevin Reich. „Viele Filmliebhaber waren uns dankbar, als wir vor fast einem Jahr die Videothek eröffnet haben“, erzählt er. „Sie schlendern gerne durch den Laden, können die Filme in die Hand nehmen und schauen, was es Neues gibt.“ Dabei leiten Reich und Nitsche die Videothek nur nebenbei. „Selbstständigkeit im Nebenerwerb“, sagt Reich, der als Montagefachkraft im Airbagwerk in Laage arbeitet. Und auch Nitsche hat einen Vollzeitjob, als Außendienstmitarbeiter eines Tierfutterherstellers. Reich versucht dennoch, fasst jeden Tag nach der Arbeit vor Ort in der Videothek zu sein. „Wir schaffen das aber nur durch ganz viel Motivation und gute Mitarbeiter“, unterstreicht er. Insgesamt sechs haben sie gerade angestellt.

Mittlerweile trägt sich die Videothek alleine. „Wir müssen aber noch den Kredit für die Eröffnung tilgen. Dann kann es ans Verdienen gehen“, sagt Reich. Mit der reinen Ausleihe von Filmen können die beiden jedoch nicht reich werden. Deshalb kann man sämtliche Filme, außer den Neuheiten, auch kaufen. „Das muss man heute einfach mit anbieten“, sagt Reich. Zusätzlich bieten sie Getränke, Snacks und neuerdings auch den Ticket-Vorverkauf für Hansa-Spiele an.

Um die Videothek weiter zu etablieren gibt es jetzt auch Veranstaltungen. „Um den Leuten noch mehr zu bieten“, sagt Kevin Reich. Am Wochenende luden sie zur ersten Filmnacht in Kooperation mit dem Filmklub Güstrow ein. Zwei Filme wurden gezeigt, es wurde gegrillt und es gab Cocktails. „Dafür besteht Wiederholungsbedarf“, sagt Kevin Reich. Es sei mit 40 Gästen eine gelungene Veranstaltung gewesen.  

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