zur Navigation springen

Pfarrgemeinde Güstrow : Zehn Jahre Küsterin aus Berufung

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Monika Tschritter beendet zum Jahresausklang ihren Dienst in der Güstrower Pfarrkirche

Morgen wird Monika Tschritter letztmals die Türe der Pfarrkirche als Küsterin schließen. Dann beendet sie ihren Dienst. Etwas mehr als zehn Jahre war sie für die Besucher Ansprechpartnerin, kümmerte sich um die Sauberkeit im Gotteshaus am Markt ebenso wie um die zahlreichen ehrenamtlichen Mitarbeiter. Für die 62-Jährige ist jetzt ein guter Zeitpunkt, um ihr Arbeitsleben zu beenden. „Ich habe keinen Tag bereut, mich für diese Stelle beworben zu haben. Aber jetzt möchte ich mehr Zeit mit meinem Mann und den Enkeln verbringen“, sagt Monika Tschritter. Deshalb möchte sie die Vorruhestandsregelung in Anspruch nehmen.

Es waren zehn turbulente Jahre, die Monika Tschritter hier absolviert hat. Denn gleich nachdem sie als Küsterin begann, wurde das Gotteshaus grundlegend restauriert und renoviert. „Dadurch habe ich die Kirche aber gut kennen gelernt, vom Fußboden bis zum Wetterhahn“, sagt Monika Tschritter, die in Hohen Pritz aufgewachsen ist. Nach ihrer Schulzeit hat sie in Rostock Facharbeiter für automatisierte Fertigungsprozesse gelernt, was eigentlich eine Ausbildung für ein anschließendes Studium war. „Doch studieren durfte ich nicht und so habe ich unter anderem dann bei Volkseigener Betrieb Polstermöbel im Absatz gearbeitet“, erzählt die dreifache Mutter. Ihren Mann Karl-Heinz lernte sie in der Landeskirchlichen Gemeinschaft kennen, in der sie ihre geistliche Heimat hat. Sie blieben in Güstrow und Monika Tschritter arbeitet 1988 in der Marktdrogerie im Verkauf.

Nur kurzzeitig war sie einige Jahre später arbeitslos, dann bewarb sie sich als Küsterin. „Ich hatte keine genaue Vorstellung von dieser Arbeit und war über die Vielfalt der Aufgaben erstaunt“, sagt Monika Tschritter. Nicht nur die Reinigung der Kirche, die Vor- und Nachbereitung der Gottesdienste, sondern auch die Herstellung des Blumenschmucks, die Arbeit mit den ca. 25 Kirchenwachen sowie die Betreuung der Touristen gehören dazu, außerdem die Verwaltung des Büchertisches. Und so manche Turm- und Kirchenführung hat Monika Tschritter in den Jahren angeführt.

Eine große Hilfe war ihr in den vergangenen Jahren ihr Mann. „Er war immer da, wenn es Arbeiten gab, die mir zu schwer waren, Tannenbäume aufzustellen waren oder eine Glühlampe in unerreichbarer Höhe auszuwechseln war“, sagt sie dankbar. Genau aus diesem Grund gibt es nur wenige Frauen, wie Monika Tschritter, die sich an diesen Beruf wagen. „Diesen kann man nur machen, wenn man ihn als Berufung versteht“, ist die Fast-Ruheständlerin sicher. Gerade mal vier Wochenenden hat sie zur eigenen Verfügung, dazu kommt der Urlaub. Denn Gottesdienste finden nun einmal sonntags statt. Auch dies wird sie künftig genießen, denn seit 2003 singt Monika Tschritter im Chor der Kantorei mit und konnte so manches Mal zu besonderen Anlässen sonntags nicht mitsingen. Das wird sie nun selbst gestalten und entscheiden können.

Fehlen wird ihr vielleicht doch etwas, wenn sie ab 1. Januar nicht mehr so oft den Weg zur Pfarrkirche wählt. „Ich werde mich auch künftig einbringen, dann aber im Ehrenamt“, hat sie sich vorgenommen. Wo genau, das wird Monika Tschritter zu gegebener Zeit entscheiden.

Für die Küsterstelle ist bereits ein Nachfolger gefunden. Dominic Scholz wurde von Monika Tschritter eingearbeitet, und der Übergang kann nahtlos erfolgen.

 



zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen