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Naturpark : „Zehn Gebote“ für den Naturpark

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Planung für „Nossentiner/Schwinzer Heide“ kann im Entwurf eingesehen werden / Sie beinhaltet viele Schutz - und Entwicklungsprojekte

Nach anderthalb Jahren intensiver Vorbereitung liegt jetzt der neue Naturparkplan für den Naturpark Nossentiner/Schwinzer Heide vor. Noch ist es ein Entwurf. Fast 500 Textseiten lang, dazu jede Menge Karten – ein gewaltiges Werk, an dessen Erarbeitung neben den zuständigen Ämtern in den drei Anrainer-Landkreisen auch zahlreiche regionale Akteure und Unternehmen beteiligt waren. Bis Mitte Mai liegt der Plan zur Einsicht aus; bei der Naturparkverwaltung in Karow selbst, in der Kreisverwaltung in Güstrow sowie in den Ämtern Güstrow-Land und Krakow am See.

„Der Naturparkplan ist Handlungsrahmen für die nächsten zehn Jahre“, erklärt Jörg Gast, Leiter der Naturparkverwaltung Nossentiner/Schwinzer Heide. Er enthält eine Vielzahl von Projekten – laufende wie auch neue – die möglichst innerhalb der zehn Jahre umgesetzt werden sollen. In Kategorien unterteilt, zielen die Projekte auf den Natur- und Artenschutz, sie flankieren die Bereiche Tourismus/Erholung oder betreffen in ihrer Zielsetzung auch die regionale Wirtschaft.

500 Seiten lassen ahnen, dass die Zahl der Projekte gewaltig ist. Doch immerhin ist der Naturpark auch 35 500 Hektar oder eben 355 Quadratkilometer groß. 40 Prozent der Fläche finden sich im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte, 38 Prozent im Landkreis Ludwigslust-Parchim und 22 Prozent liegen im Landkreis Rostock.

Für Jörg Gast und seine Mitarbeiter ist der Naturparkplan quasi das, was anderen die Bibel ist. Hier steht drin, was die Nossentiner/Schwinzer Heide langfristig schützt und wie sie nachhaltig in den unterschiedlichsten Bereichen entwickelt werden kann. „Wenn ich mal ein Beispiel geben soll: Wir werden das Projekt ,Baumriesen im Naturpark’ angehen“, sagt Jörg Gast. Zum einen soll dadurch das weitere Ausräumen der Landschaft verhindert werden. Andererseits wollen wir durch gezielte Nachzucht – die Gewinnung des Erbgutes über Stecklinge bzw. Setzlinge – Bestand und Fortbestand von Altbäumen und Bäumen mittleren Alters im gesamten Park sichern. „Die Alternative wäre, Material aus Baumschulen zu verwenden. Nur hätten wir dann wahrscheinlich nicht die typischen alten Mecklenburger Bäume, sondern irgendwann mal Riesen aus Baden-Württemberg oder Bayern. Und das ist nicht gewollt“, so Jörg Gast.

Ein anderes Projekt, für das der Naturpark-Leiter und seine Leute die Pflöcke fest einschlagen möchten, ist der ,Erhalt alter Landwege’. „Vor allem Touristen betonen häufig, dass es gerade das Naturbelassene ist, was den Reiz unserer Landschaft ausmacht“, erklärt Jörg Gast. Die Realität sehe dennoch oft anders aus. Wenn Gemeinden Mittel zur Verfügung haben, würden damit nicht selten auch alte Landwege asphaltiert oder schlimmer noch zubetoniert. „Und ich glaube einfach nicht, dass das immer notwendig ist“, bezweifelt Gast.

,Förderung und Nachbau von Streuobstwiesen’ – in den nächsten zehn Jahren soll auch das vermehrt gelingen. Denn diese Wiesen waren immer auch prägend für die Nossentiner/Schwinzer Heide. „Das wird übrigens auch eines jener Projekte sein, für die wir regionale Partner suchen“, sagt Gast. Denn Streuobstwiesen seien das eine. Sie müssen aber auch bewirtschaftet und vermarktet werden, was die Möglichkeiten der Naturparkverwaltung übersteige.

Abseits der vielen Vorhaben weiß Ralf Koch, stellvertretender Naturparkleiter und Vorsitzender des Fördervereins, noch einen Grund, warum der Entwurf so interessant ist: „Er bietet umfangreiche Informationen und Karten zum Naturpark, an die sonst nicht so leicht ranzukommen ist.“

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