Inselsee Güstrow : Zaun zur Gänseabwehr zerstört

Der am Güstrower Inselseestrand aufgestellte Zaun gegen Wildgänse wurde zur Hälfte niedergerissen.
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Der am Güstrower Inselseestrand aufgestellte Zaun gegen Wildgänse wurde zur Hälfte niedergerissen.

Vandalismus am Güstrower Inselseestrand: "Naturschützer" haben den Zaun gegen Wildgänse niedergerissen.

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21. März 2016, 21:00 Uhr

Der erst vergangene Woche errichtete Schutzzaun gegen Wildgänse am Güstrower Inselsee (SVZ berichtete) ist selbst ernannten Naturschützern offensichtlich ein Dorn im Auge. Am Wochenende wurde der vor dem Badestrand im Wasser aufgestellte Schneezaun zur Hälfte niedergerissen. „Da hat schon wieder jemand randaliert“, so die erste Reaktion von Hans-Peter Schröder, Leiter des Güstrower Baubetriebshofs. Auch den zusätzlich an Land zur Abwehr der Gänse aufgestellten Krötenzaun würden irgendwelche Leute immer wieder zerstören. Gestern stellte der Baubetriebshof beide Zäune trotzdem wieder auf. „Sonst haben wir so viel Gänsekot am Badestrand, dass sich die Hygiene immer mehr verschlechtert. Dann könnte der beliebte Strand sogar gesperrt werden“, sagt Schröder.

Christian Möller, Wachleiter der DRK-Wasserwacht Güstrow und seit Jahrzehnten am Inselsee-Badestrand im Einsatz, kennt diesen Vandalismus. Er begrüßt den Versuch, die zu vielen Gänse am Inselseestrand mit Schneezäunen zurückzudrängen, auch die Abwehrstrategie mit Hilfe eines Krötenzauns. Doch: „Die Guten unter uns und auch Hundebesitzer machen mit dem Öffnen des Zaunes all unsere Bemühungen immer wieder zunichte. Sie sind aber auch nicht dabei, wenn sich Badegäste bei den Rettungsschwimmern über die unzumutbare Verschmutzung beklagen. Sie sehen auch nicht, wenn vor allem Kinder von den von Gänsen im Wasser verbreiteten Zekarien belästigt werden. Und schon gar nicht meldete sich bisher ein Gänsefreund, um bei der morgendlichen Beseitigung der Hinterlassenschaften seiner Lieblinge im bewachten Strandbereich oder im Umfeld der Spielgeräte zu helfen“, ärgert sich Möller.

Seit Jahrzehnten ist der Rettungsschwimmer in ehrenamtlicher Funktion an der Badestelle am Inselsee im Einsatz und kann ein ziemlich genaues Bild über die Veränderungen an Güstrows so beliebtem Badestrand zeichnen. „Der Bereich zwischen Badesteg und dem Bootsverleih war ursprünglich ein verbuschtes Feuchtbiotop, das nach dreijähriger Umgestaltung 1968 als heller Sandstrand an die Güstrower übergeben wurde“, erzählt Möller. „Später bildete sich hier eine Grünfläche, die sich durch regelmäßiges Mähen zu einer idealen Gänseweide entwickelte. Ich erinnere mich noch genau, wie toll wir es alle empfanden, als die erste Gänsefamilie mit ihren so niedlichen Jungen die Weide in Besitz nahm.“ Doch es habe nicht lange gedauert und weit mehr als 300 Graugänse hätten sich unter den unzufriedener werdenden Badegästen getummelt. „Gegenmaßnahmen zu der von Menschenhand herbeigeführten Situation wurden unvermeidlich“, so Möller.

Damit die Wildgänse vom Inselseestrand verschwinden, wird ihnen bei Bölkow ein Ausweichquartier angeboten. Hier wurden das Schilf beräumt und Gehölze am Ufer entfernt. Damit bekommen die Wildgänse mit ihrem Nachwuchs die Möglichkeit, an der Stelle an Land zu gehen, solange dieser noch nicht flügge ist. Hans-Peter Schröder kündigt an, dass die Abwehrmaßnahmen am Badestrand nur in der Brutzeit gelten, also die nächsten sechs bis sieben Wochen. An Pfingsten könnten Schnee- und Krötenzaun wieder verschwunden sein.  


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