Zahl der Wohngeldempfänger sinkt

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21. August 2015, 06:14 Uhr

Die Rente von Herrn H. ist gering, die alleinerziehende Frau G. kommt mit ihrem Job finanziell kaum über die Runden. Beide liegen aber über der Grundsicherung, deswegen können sie zu ihren monatlichen Einkünften Wohngeld erhalten. Das bekamen im Landkreis Rostock zum Stichtag 31. Dezember 2013 – diese Statistik liegt jetzt vor – insgesamt 3375 Erwerbstätige, Rentner oder Arbeitslose. Das waren 14,3 Prozent weniger Empfänger-Haushalte als ein Jahr zuvor. Landesweit sank die Empfängerzahl um 13,5 Prozent. Die gute Nachricht für Menschen mit niedrigem Einkommen: 2016 wird es höhere Zuschüsse und andere Bemessungsgrenzen geben, sozusagen ein Geburtstagsgeschenk des Bundestages, denn das Wohngeld feiert seinen 50. Geburtstag.

Die Idee mittels Wohngeld Wohnraum bezahlbar zu halten, stammt aus den 1960er-Jahren. Das Wohngeld wird nur zusätzlich zum Einkommen aus Arbeit oder Rente als Mietzuschuss bei Mietern oder Lastenzuschuss bei Eigentümern gezahlt. Ohne Einkommen geht es nicht.

Durchschnittlich 96 Euro erhielten die 3375 Empfänger-Haushalte im Landkreis Rostock monatlich, sagen die Daten des Statistischen Landesamtes, die für das vergangen Jahr noch nicht vorliegen. Insgesamt 2930 Haushalte wurden bei der Miete unterstützt (92 Euro im Monat), weitere 445 Haushalte erhielten einen Lastenzuschuss (122 Euro pro Monat). Das hört sich nicht viel an, läppert sich aber: Zusammengerechnet wurden im Kreis Rostock im Jahr 2013 rund 3,89 Millionen Euro Wohngeld und Lastenzuschuss ausbezahlt (2012: 4,63 Millionen Euro).

Für 2016 hat der Bundestag jetzt eine Erhöhung beschlossen. Was genau das ausmacht, kommt auf den Ort an, an dem Mieter wohnen. Im Schnitt, so sagt das Bundesministerium, kann ein Zwei-Personen-Haushalt 186 statt 112 Euro bekommen. Die Miethöchstbeträge werden dabei regional gestaffelt angehoben, denn je nach Kreis oder Ort und lokalen Mieten gelten per Mietenstufen Höchstbeträge, die den Betrag bestimmen, bis zu dem die Miete durch das Wohngeld bezuschusst wird. Noch ein Beispiel: Für zwei Personen waren in der höchsten Mietenstufe 6 bisher bis zu 501 Euro Miete zuschussfähig, ab 2016 werden es 633 Euro sein. 

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