zur Navigation springen

Speedway in Teterow : Zagar siegt beim Deutschland-GP

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Vaculik (Slowakei) auf Platz 2. Der Australier Doyle baut vor 12 500 Zuschauern in der Bergring-Arena Teterow Führung aus

svz.de von
erstellt am 10.Sep.2017 | 21:00 Uhr

Matej Zagar (Slowenien) vor Martin Vaculik (Slowakei): Diese Reihenfolge beim zweiten Speedway-Deutschland-Grand-Prix Sonnabendabend in der Teterower Bergring-Arena hatte kaum einer auf dem Zettel, denn beide kamen mit neun Punkten als Siebter und Achter in die Halbfinals. Und ihre Gegner waren keine Geringeren als die Australier Jason Doyle, Vorjahressieger und GP-Führender, und Chris Holder. Die mussten sich vor 12 500 Zuschauern mit Platz 3 und 4 begnügen. Jason Doyle baute aber trotzdem seine WM-Führung aus.

Einen Platz im Finale hatte sich auch Martin Smolinski gewünscht, denn er wollte „ein bisschen mehr“ als 2016. Mit acht Punkten verpasste er jedoch den Einzug ins Halbfinale, das er vergangenes Jahr mit dieser Punktzahl erreicht hatte, nur äußerst knapp. Er durfte hadern, denn acht Punkte reichen in der Regel bei einem GP für das Semifinale. Dieses Jahr aber nicht immer, weil das Feld so ausgeglichen ist. Smolinski wurde Neunter. Er bedankte sich beim Publikum mit Wheelies und Extra-Runden. Den Teterower Veranstaltern zollte er wie 2016 seinen Respekt vor ihrer Leistung an einem regenreichen Freitag und Sonnabend, an denen sogar das Training ausfallen musste, für ein „fantastisches Umfeld“ gesorgt zu haben. Die Bahn war letztlich so gut und griffig, dass mehrfach der Bahnrekord von Jason Proctor (Aus) von 2010 verbessert wurde. Im Lauf 10 schraubte der GP-Sieger Zagar ihn schließlich auf die neue Rekordmarke von 77,88 km/h. Smolinski bilanzierte für weitere GP-Starts, dass er „mit neuem Material auf dem richtigen Weg“ sei. Kai Huckenbeck als Wildcard-Fahrer wurde genauso wie Smolinski von den deutschen Fans frenetisch angefeuert. Seine vier Punkte gegen Fredrik Lindgren (Swe), den U21-Weltmeister Max Fricke (Aus), den zweifachen Weltmeister Tai Woffinden (GB) und gegen Smolinski sind aller Ehren wert. Huckenbeck zieht den Schluss, dass er nur weiter kommt, wenn er gegen die internationale Elite fährt. Das große Ziel wäre eine GP-Teilnahme, die beide Deutsche dieses Jahr in Togliatti noch klar verpassten.

Dass es mit Zagar im neunten GP den achten Sieger gab, ist dieses Jahr eine neue Qualität, die vor allem für Spannung sorgt. Zagar startete damit seine Aufholjagd auf einen Platz unter den ersten Acht. „Es war ein hartes Stück Arbeit. Aber ich will sicher 2018 die WM fahren und nicht mit einer fixen Wildcard“, äußerte der Slowene nach seinem vierten GP-Sieg. Es wäre seit 2004 seine elfte Saison im GP. Der 34-Jährige rückte mit seiner Leistung von Platz 11 auf Rang 9 vor. Damit ist er sieben Punkte hinter dem Achten, Martin Vaculik. Der Slowake legte in Teterow aber mit seinem 2. Platz auch eine Schippe drauf.

Das war insofern alles überraschend, weil Doyle bis zum Finale nur einen Punkt gegen den Russen Emil Sayfutdinow (Lauf 11) und Holder nur drei Punkte gegen Peter Kildemand (DK/Lauf 14) sowie gegen Doyle und Lindgren im letzten Vorlauf abgegeben hatte. Doyle sammelte mit 17 Punkten trotzdem die meisten Zähler und baute seine WM-Führung (114) auf zehn Punkte vor dem Polen Patryk Dudek aus (104). Dudek scheiterte im zweiten Semifinale, profitierte aber vom wiederum schwachen Auftritt seines Landsmanns Macej Janowski.

Nichts mit einem guten Abschneiden wurde es auch bei Tai Woffinden. Fünf Punkte und Platz 11 waren für ihn in Teterow wie eine Nullnummer. Er hat nun wie alle anderen noch in drei GP (Stockholm, Torun, Melbourne) Gelegenheit, sich zu verbessern.

In Teterow zogen die Organisatoren um Adolf Schlaak bis aufs Wetter eine zufriedene Bilanz. Die Umarmung zwischen BSI-Direktor Torben Olsen und Adolf Schlaak nach der Siegerehrung war das äußere Zeichen. „Ja, 2018 wird es wieder einen GP geben“, unterstrich Schlaak. Der diplomierte Landwirt sieht damit im wahrsten Sinne des Wortes die Saat, die im Vorjahr und weit davor dank seiner Initiative in die Erde gebracht wurde, aufgehen. Dass danach die Ernte folgen wird, bekräftigte Klaus Reinders, Vorsitzender des MC Bergring: „Wir werden schon demnächst unsere Option für die nächsten drei Jahre GP in Teterow bis 2021 ziehen.“

 


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen