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Vereine in der Region vorgestellt : Wurzeln bis ins Jahr 1906

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Verein Haus und Grund Güstrow knüpfte 1990 an die Tradition des Hausbesitzer-Vereins an.

Haus und Grund dürfte einer der ersten Vereine in Güstrow gewesen sein, die sich nach der Wende gegründet haben: Im Januar 1990 wurde in der damaligen Gaststätte „Hansa-Bad“ der private Haus- und Wohnungsvermieter-Verband ins Leben gerufen. Am 14. Februar kam der Vorstand zur ersten Sitzung zusammen, zwei Monate später erfolgte die Eintragung beim Amtsgericht. „Das Interesse war riesengroß. Zahlreiche Hauseigentümer folgten dem in der Schweriner Volkszeitung veröffentlichten Aufruf. Sie sahen nun wieder Hoffnung für ihr Eigentum und erwarteten Hilfe von dem neuen Verein“, erinnert sich Peter Melzer.

Der Versicherungsfachmann war mit eines der ersten Mitglieder – Nummer 18; seit 20 Jahren steht er dem Verein als Vorsitzender vor. Vereine und Verbände aus den alten Bundesländern leisteten in den Anfangsjahren Unterstützung. Genau betrachtet war es vor 27 Jahren aber eine Neugründung. Denn bereits 1906 hatten sich in Güstrow Bürger zum ersten Hausbesitzer-Verein zusammengeschlossen. Das Interesse soll damals schon riesengroß gewesen sein, hatte der im vergangenen Jahr verstorbene langjährige Geschäftsführer des Vereins, Heinz Giehm, recherchiert. 2006 hatte er zum 100-jährigen Jubiläum die wechselvolle Geschichte des Hauseigentümervereins in einer Festrede geschildert.

Mit knapp 400 Mitgliedern stellt der Verein heute noch eine starke Gemeinschaft dar, auch wenn sich die Zahl im Vergleich zum Anfang mehr als halbiert hat. „Unser größter Feind ist die Demografie“, sagt Melzer und verweist auf das Durchschnittsalter der Mitglieder. Das beträgt etwa 70 Jahre. Vielfältig sind die Aufgaben, die der Verein erfüllt. Sie reichen von der Klärung außergerichtlicher Probleme über die Abnahme und Übergabe von Wohnungen, der Prüfung der Bonität von Mietern bis hin zu Betriebskostenabrechnungen. „Darüber hinaus beraten wir unsere Mitglieder in Finanzierungsfragen oder vermitteln Kontakte zu Experten, wenn es um Sanierung oder Umbau geht“, zählt Melzer weiter auf. Wichtigstes Anliegen ist für den Vereinsvorsitzenden jedoch, auf ein gutes Verhältnis zwischen Vermieter und Mieter hinzuwirken. „Dazu gehört, sich bei Streitfällen um Kompromisse zu bemühen und Probleme durch Gespräche zu lösen“, versichert der 55-Jährige.

Die Arbeit des Vereins schätzt auch Wilfried Hahn. Der geschäftsführende Gesellschafter der Forstbaumschule Güstrow wurde 1991 für das Unternehmen Mitglied im Verein. „1990 wurde die staatliche Forstwirtschaft privatisiert und wir mussten uns neben vielen Problemen des Neuanfangs auch um ein Gebäude kümmern, in dem drei Mietparteien wohnten“, erinnert sich Hahn, der bis heute die Schulungsangebote des Vereins nicht missen möchte. „Ob es um Änderungen im Mietrecht oder um Einbau von Rauchmeldern geht – im Verein finde ich immer Antworten“, bekräftigt Wilfried Hahn.



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