Kinderkonferenz : Wünsche der Kleinen ernst genommen

Alle an einem Tisch:  Stella Schulz, Anika Franke, Liv Bohnack, Leonie Walz, Enya Hilscher, Justin Storm, Clara Stiewe und Lilly Maeth, hinten Jutta Stüwe,   rechts Waltraud Rückel
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Alle an einem Tisch: Stella Schulz, Anika Franke, Liv Bohnack, Leonie Walz, Enya Hilscher, Justin Storm, Clara Stiewe und Lilly Maeth, hinten Jutta Stüwe, rechts Waltraud Rückel

Kindertagesstätte „Sonnenschein“ in Lalendorf bietet Mädchen und Jungen in Kinderkonferenzen Mitspracherechte

svz.de von
11. Dezember 2013, 06:00 Uhr

„Ich würde gern ein Winterfest haben“, sagt Justin Storm. Waltraud Rückel, stellvertretende Leiterin der Kindertagesstätte „Sonnenschein“, schreibt seine Idee in ein Buch und fragt nach, was für ihn alles dazu gehört. „Wettspiele und Winterspiele“, erklärt er. Weitere Vorschläge werden notiert. In der Lalendorfer Kita werden seit einiger Zeit Wünsche und Vorstellungen der Kinder in einer monatlichen Kinderkonferenz in Erfahrung gebracht und dann entsprechend umgesetzt. „Wir möchten, dass die Kinder ein Mitspracherecht haben und selbst Verantwortung tragen“, erklärt Waltraud Rückel. Kürzlich trafen sie sich in der Lalendorfer Bibliothek, um die Konferenz abzuhalten. Anschließend luden die Kinder die Leiterin Jutta Stüwe ein, in den nächsten Morgenkreis in die Kita zu kommen.

Stella, Anika, Enya und die anderen Kinder werden in der Kinderkonferenz nicht nur gefragt, was sie gern tun würden, sondern auch, wie das umgesetzt werden kann. Im Nachhinein wird gemeinsam geschaut, ob alles so gelaufen ist, wie geplant. Auch wenn sie noch nicht zur Schule gehen, sie wissen genau, was wichtig ist. „Süßigkeiten wollen wir zu Hause lassen und nur zum Geburtstag mitbringen“, erinnert Justin an eine Regel der Kindereinrichtung, die offenbar nicht immer eingehalten wird.
Seit zwei Jahren wird in der Lalendorfer Kita das Konzept der offenen Arbeit durchgeführt. „Wir entwickeln es ständig weiter“, sagt Waltraud Rückel. Ein Aspekt: Kinder der Einrichtung können sich aus verschiedenen Angeboten am Vormittag entsprechend ihrer Interessen und Neigungen eines auswählen. Jede Kollegin habe ihre spezielle Richtung, z.B. Kinderliteratur oder auch Naturwissenschaften. Alle Bildungsbereiche seien abgedeckt. Einige Partner der Kindereinrichtungen werden gern für Angebote hinzugezogen, unter anderem die Feuerwehr, die Bibliothek oder auch Pastorin Wichert, die jetzt die Weihnachtsgeschichte liest.

In der Kinderkonferenz können noch weitere Vorschläge eingebracht werden. „Jeder wird hier akzeptiert und die Kinder lernen darauf zu achten, was der oder die andere sagt“, so Waltraud Rückel. Am Ende der Konferenz unterschreibt jedes Kind das Protokoll. Wer seinen Namen nicht schreiben kann, tut es mit einigen Strichen und Punkten. Und in einem Monat trifft man sich wieder, um über das zu reden, was sich Kinder wünschen.

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