Bürgerdialog : Wünsche an „die da oben“

Soziale Sicherheit, friedvolles Miteinander, gepflegtes Wohnumfeld – für Hanne-Lore Harder sind das die wichtigsten Kriterien für Lebensqualität.
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Soziale Sicherheit, friedvolles Miteinander, gepflegtes Wohnumfeld – für Hanne-Lore Harder sind das die wichtigsten Kriterien für Lebensqualität.

Knapp 30 Leute nahmen am von der Bundesregierung angeregten Bürgerdialog in Güstrow teil

„Frieden, Zukunftsperspektiven und Gesundheit“ hat Hans-Andreas Reincke auf Zetteln notiert. Der Güstrower lässt damit der Bundesregierung wissen, was ihm im Leben wichtig ist, was für ihn Lebensqualität ausmacht. Die Regierung organisiert dazu in ganz Deutschland Bürgerdialoge, in denen Menschen miteinander ins Gespräch kommen. Von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und ihrem Vize, Wirtschaftsminister Siegmar Gabriel (SPD), medienwirksam gestartet, erreichte eine von zirka 100 moderierten Veranstaltungen die Kreisstadt Güstrow.

Organisiert von der Kreisvolkshochschule des Landkreises Rostock und begleitet von Sandra Finger von einem Berliner Institut für Kommunikation trafen sich knapp 30 Bürger zum Dialog im Kreishaus. „Wir haben einen guten Kontakt zu den Einwohnern im Landkreis und fanden diese Art des Gesprächs spannend“, begründete Ulla Golombek, Leiterin der Kreisvolkshochschule, die erfolgreiche Bewerbung. Die Moderierung stelle sicher, dass eine Vergleichbarkeit der verschiedenen Veranstaltungen gewährleistet werde, meint Finger.

In der ersten Gesprächsrunde ging es um die Frage, was den Disputanten persönlich wichtig sei im Leben. Gesundheit, ein guter Arbeitsplatz, Familie, Freizeit, eine Perspektive für die Kinder waren hier häufig genannte Begriffe. Danach diskutierten die Teilnehmer in kleinen Gruppen ihre Erwartungen an Lebensqualität.


Bürger zu wenig in Politik einbezogen


Hans-Andreas Reincke hatte sich für den Dialog gemeldet, weil seiner Meinung nach die Bürger zu wenig in die Politik einbezogen werden. „Viele Entscheidungen fallen am grünen Tisch und werden oft aus der Sicht von Lobbyisten getroffen. Vielleicht ist der Dialog eine Möglichkeit, die Meinung der einfachen Bürger stärker zu berücksichtigen“, hofft er.

Naturgemäß fielen die Antworten auf der Dialogveranstaltung im Kreistagssaal je nach Lebenserfahrung und gesellschaftlichem Engagement unterschiedlich aus. So benannte Hanne-Lore Harder soziale Sicherheit, ein friedvolles Miteinander und ein gepflegtes Wohnumfeld als für sie wichtige Kriterien für Lebensqualität. Die 80-Jährige nahm teil, weil sie das Thema gleich angesprochen habe. „Ohnehin mag ich den Dialog mit anderen Menschen. Man lernt dabei immer dazu“, sagt sie.


Bundesregierung: Ideen werden ausgewertet


In einem anderen Gesprächskreis setzte die 17-jährige Pauline Güldner, Sprecherin der Landesjugendfeuerwehr, umfassende Bildungsmöglichkeiten an die Spitze ihrer Prioritätenliste. „Ich habe aber eher den Eindruck, dass sich unser Bildungssystem Schritt für Schritt verschlechtert. Da muss unbedingt gegengesteuert werden“, fordert die Auszubildende.

Vorschläge, wie das geschehen sollte, waren im dritten Teil der Veranstaltung gefragt. „Wir wollen nicht nur Lob verteilen und Kritik benennen, sondern auch Vorschläge, Ideen und Wege erfahren, wie Ziele erreicht oder Standards gesichert werden können“, erklärte Sandra Finger. Die Moderatorin fasste, assistiert von zwei Protokollanten aus Bundesministerien, die Ergebnisse zusammen. „Die Erkenntnisse münden in Indikatoren für Lebensqualität, um die Vielschichtigkeit von Lebensqualität zu erfassen und messbar zumachen“, sagte sie. Übrigens könnten sich Bürger auch via Internet über www.gut-leben-in-deutschland.de am Dialog beteiligen. „Auch diese Meinungen fließen in die Auswertung ein“, versichert die Moderatorin.
 


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