Krakow am see : Wokra: gegenseitige Schuldzuweisungen gehen weiter

Krakow am See: Stellungnahme von Bürgermeister Wolfgang Geistert /„Offener Brief“ des Aufsichtsrates / Geschäftsführer klagt gegen fristlose Kündigung

svz.de von
25. März 2014, 06:00 Uhr

Die gegenseitigen Schuldzuweisungen in der Krakower Wokra-Debatte gehen weiter. „Wenn in der Vergangenheit Fehler begangen oder zugelassen wurden, dann kann sich der Aufsichtsrat davon nicht freisprechen.“ Das erklärt Krakows Bürgermeister Wolfgang Geistert in seiner Stellungnahme zu den Vorwürfen zur Wohnungsgesellschaft Krakow am See Wokra (SVZ berichtete mehrfach). Die hatte die Stadtvertretung am 11. März von ihm gefordert. Die Verantwortung könne auch nicht allein einem Aufsichtsratsvorsitzenden (Gundolf Bötefür – die Red.) angelastet werden, so Geistert. Sein Argument: „Jedes Aufsichtsratsmitglied hat die Möglichkeit den Bürgermeister oder die Stadtvertretung über Probleme zu unterrichten und die Pflicht nach Lösungen oder Korrekturen zu suchen.“

Als „unstrittig“ erkennt Geistert die fehlende Kreditgenehmigung, eine verspätete Fertigstellung und Feststellung der Jahresabschlüsse der Wokra sowie eine mangelhafte Information des Aufsichtsrates und des Gesellschafters durch den ehemaligen Geschäftsführer an. Er erklärt, dass er bereit sei, die Probleme der Wokra in einer „ehrlichen Zusammenarbeit“ mit dem Aufsichtsrat aufzuarbeiten. Dazu sei aber z.B. ein offener Brief des Aufsichtsrates an die Stadtvertreter, der dem Bürgermeister vorenthalten worden sei, nicht geeignet. Geistert hält eine Presseerklärung der Stadt Krakow am See und des Aufsichtsrates für sinnvoll.

In dem „offenen Brief“ wird betont, dass der Aufsichtsrat die Verstöße festgestellt hat und sie nur auf dessen Druck in der Stadtvertretung am 28. Januar bekannt gemacht worden seien. Er bekräftigt die Vorwürfe gegenüber dem Bürgermeister. Geistert sei als Gesellschaftervertreter über alle wesentlichen Geschäftsabläufe informiert gewesen, nahm an allen wesentliche Sitzungen des Aufsichtsrates teil und erhielt sämtliche Protokolle. Der Aufsichtsrat ist allerdings nicht der Auffassung, dass der Gesellschaftervertreter, Bürgermeister Geistert, den Aufsichtsrat kontrollieren muss und der Aufsichtsrat ihn hätte mehr informieren müssen. Sollten Aufsichtsratsmitglieder Fehler oder Versäumnisse begangen haben, heißt es in dem Brief, würden sie zu der Verantwortung stehen.

Hinter die Auffassung des Aufsichtsrates stellen sich geschlossen die Fraktionen der CDU und der Linken sowie Karl-Heinz Kleinpeter. Sie stellen in einer Erklärung fest, dass durch die Aufarbeitung des Aufsichtsrates „schwerer Schaden von der Wokra und deren Mitarbeitern abgewendet“ werden konnte.

Indes geht Geschäftsführer Jens Wiese gegen seine fristlose Kündigung gerichtlich vor. Wiese war bisher für unsere Zeitung nicht zu erreichen. Er soll krank sein. In dem „offenen Brief“ erklärt der Aufsichtsrat, dass Jens Wiese „zum Schutz der Gesellschaft und zum eigenen Schutz als Geschäftsführer abberufen und entlassen“ worden sei.


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