zur Navigation springen

Wokra-Affäre : Wokra-Affäre: Stadtvertretung fordert Schadensersatz

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Nach zwei Jahren auf den Weg gebracht: Bürgermeister Geistert muss jetzt handeln – womöglich auch gegen sich selbst

svz.de von
erstellt am 18.Dez.2015 | 15:42 Uhr

Schadensersatz fordert die Krakower Stadtvertretung von „allen beteiligten Personen“ in der so genannten Wokra-Affäre.

Zur Erinnerung: Vor zwei Jahren waren Unregelmäßigkeiten im Geschäftsgebaren der kommunalen Wohnungsgesellschaft ruchbar geworden. In der Folge wurde dem Geschäftsführer gekündigt, der Aufsichtsratsvorsitzende musste zurücktreten. Da Bürgermeister Wolfgang Geistert laufend im Bilde gewesen sein soll – so ein Vorwurf der Opposition – eignete sich die Affäre trefflich zum Instrument vor den Kommunalwahlen 2014 (SVZ berichtete laufend).

Im Kern ging es nach SVZ-Erkenntnissen um den Neubau der Ernst-Thälmann-Straße 17. Die Ecke an der Kreuzung B103 war teurer geworden, als in der Planung prognostiziert. Daraufhin, so ein wesentlicher Vorwurf, habe der Geschäftsführer eigenmächtig Kredite aufgenommen, deren Höhe über den ihm zustehenden Entscheidungsrahmen hinaus gegangen sein sollen. Zur Absicherung der Darlehen sollen wertvolle städtische Immobilien beliehen worden sein. In der Folge geriete die Wokra in eine finanzielle Schieflage, müsse das Unternehmen jahrelang unnötige Verluste hinnehmen, hieß es. Weitere behauptete Verstöße des Geschäftsführers stehen im Raum.

Die Wiederwahl Wolfgang Geisterts konnte der ganze Vorgang indes nicht verhindern. Doch die Atmosphäre in der Stadtvertretung ist vergiftet.

Schwierig ist offenbar die Beweislage, konkret wer für welchen Schaden verantwortlich wäre. So und aus mitunter wechselnden Mehrheiten auf den Sitzungen der Stadtvertreter erklärte es sich, dass es zwei Jahre bis zu diesem Beschluss dauerte. Diese Woche erst fand sich eine Mehrheit aus Die Linke, CDU und Einzelbewerber, um Forderungen auch des Innenministeriums und der Kommunalaufsicht umzusetzen. Demnach ist jetzt der Gesellschafter der Wokra (also der Bürgermeister) beauftragt, den Wokra-Geschäftsführer anzuweisen, mithilfe einer Anwaltskanzlei Schäden zu beziffern und Ersatzforderungen geltend zu machen. Gegen den Antrag (Einbringer Christoph Küsters/Die Linke) stimmten namentlich die anwesenden Mitglieder der SPD-Fraktion, Ausnahme: Renate Lorenz enthielt sich.

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen