Krakow am See : Wokra-Affäre: Öffentlichkeit morgen ausgeschlossen

Sondersitzung der Stadtvertretung Krakow am See / Aufsichtsrat informiert über Untersuchungsergebnis

svz.de von
31. März 2014, 06:00 Uhr

Die Wokra-Affäre steht morgen um 19 Uhr in der Alten Schule Krakow am See in einer nichtöffentlichen Sitzung der Stadtvertretung Krakow am See auf der Tagesordnung. Die Fraktionen der CDU und der Linken haben die Sondersitzung beantragt. Ziel ist es, dass der Aufsichtsrat über die bisherigen Untersuchungsergebnisse in der Wohnungsgesellschaft Krakow am See (Wokra) berichtet und für eine Aufklärung der Vorwürfe sorgt. Nichtöffentlich ist sie nach Informationen von Linken-Fraktionschef Christoph Küsters, weil Firmen-Interna behandelt werden.

Seit der Stadtvertretersitzung am 11. März ist die Wokra-Affäre Stadtgespräch im Luftkurort (SVZ berichtete). Es geht u.a. um Ungereimtheiten bei der Kreditvergabe für die Wokra, die am Aufsichtsrat und der Stadtvertretung vorbei ohne Beschluss für den Bau der Ernst-Thälmann-Straße 17 verwendet wurden. Kritisiert wird in diesem Zusammenhang besonders das Fehlverhalten vom Ex-Aufsichtratsvorsitzenden Gundolf Bötefür. Ihm wird vorgeworfen, den Aufsichtsrat ungenügend informiert zu haben. Bötefür streitet das ab. Er und Bürgermeister Wolfgang Geistert sollen ebenso Anteil daran haben, dass die Wokra in finanzielle Schwierigkeiten gekommen sein soll. Der Bürgermeister räumt zwar Fehler ein, sieht sie aber als nicht so bedenklich an, dass die Wokra davon Schaden genommen hat.

In einem „offenen Brief“ des Aufsichtsrates wird betont, dass die Verstöße nur auf dessen Druck in der Stadtvertretung am 28. Januar bekannt gemacht worden seien. Er bekräftigt die Vorwürfe gegenüber dem Bürgermeister. Sollten Aufsichtsratsmitglieder Fehler oder Versäumnisse begangen haben, heißt es in dem Brief, würden sie zu der Verantwortung stehen.

Hinter die Auffassung des Aufsichtsrates stellen sich geschlossen die Fraktionen der CDU und der Linken sowie Stadtvertreter Karl-Heinz Kleinpeter. Sie stellen in einer Erklärung fest, dass durch die Aufarbeitung des Aufsichtsrates „schwerer Schaden von der Wokra und deren Mitarbeitern abgewendet“ werden konnte.


Aufsichtsrat: kein Wahlkampf


In der Auseinandersetzung kommt immer wieder hoch, dass sie eine gute Gelegenheit ist, Bürgermeister Geistert vor den Wahlen zu schädigen. Das streitet der Aufsichtsrat, der die Untersuchungen führt, ab. Die ersten Probleme seien im Herbst öffentlich gemacht worden und alles weitere hätte sich bis jetzt entwickelt. Das jetzt Wahlen seien, sei Zufall, heißt es.

Hintergrund, das als Wahlkampfthema zu nutzen, ist das Ehrenamt Geisterts und seine Arbeit als Planer mit vielen Aufträgen für die Stadt und die Wokra. Immer wieder fällt daher das Wort Amtsmissbrauch. Das weist Geistert jedoch von sich.

Eine Nachfrage unserer Redaktion bei der Kommunalaufsicht des Landkreises ergab, dass aktuell keine Vorwürfe gegen den Krakower Bürgermeister erhoben worden seien und die Rechtsaufsichtsbehörde daher nicht tätig sei. Das bestätigt Kreissprecher Kay-Uwe Neumann.

Im Zuge der Untersuchung wurde Wokra-Geschäftsführer Jens Wiese nach zehn Jahren als Geschäftsführer fristlos gekündigt. Vorher erhielt er eine Abmahnung. Sein Anwalt teilte unserer Redaktion mit, dass er gegen die Kündigung gerichtlich vorgeht.


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