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Krakow am see : Wokra-Affäre bestimmt Wahlkampf

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Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Für die Stadtvertretung Krakow am See / 39 Kandidaten bewerben sich um 15 Mandate / Bürgermeister Wolfgang Geistert im Fokus

svz.de von
erstellt am 04.Apr.2014 | 06:00 Uhr

39 Kandidaten bewerben sich bei den Kommunalwahlen am 25. Mai um die 15 Plätze in der Stadtvertretung Krakow am See. Es wundert sich allerdings inzwischen kaum keiner mehr, dass der Wahlkampf von der Wokra-Affäre bestimmt wird, in der besonders Wolfgang Geistert, Bürgermeister für die SPD, im Fokus steht. Vehement wendet er sich jedoch gegen die Vorwürfe, die Wokra in finanzielle Schwierigkeiten gebracht und sich als ehrenamtlicher Bürgermeister mit Projekten mit seinem Planungsbüro bereichert zu haben. Die erhebt der Aufsichtsrat bzw. sie werden besonders von den Fraktionen der CDU und der Linken betrieben. Allerdings: Selbst „Mit-Genossen“ Geisterts sehen ihn mittlerweile angeschlagen, weil die Vorwürfe auch private Querelen, Neid und Missgunst in der Kleinstadt verdeutlichen. Unstrittig dabei ist, dass sein Ehrenamt und seine Arbeit als Planer ein gewisses „Geschmäckle“ haben. Alle Vorwürfe sollen jetzt eventuell vor Gericht aufgeklärt werden. Ein Beschluss in der nichtöffentlichen Sitzung der Stadtvertretung am Dienstag setzte das in Gang. Indes spricht für Geistert – und damit punktet die SPD für ihren Kandidaten im Wahlkampf –, dass er seit 20 Jahren im Amt ist. Fraktionschef Michael Altmann: „Wir nehmen für uns unter seiner Führung und mit den Beschlüssen der Stadtvertretung in Anspruch einiges für Krakow am See seit der Wahl 2009 getan zu haben. Deshalb wollen wir wieder den Bürgermeister stellen.“ Die SPD hat sich auch vorgenommen, wieder die stärkste Fraktion zu stellen. Altmann: „Das wäre nach dem gegenwärtigen Hickhack eine Genugtuung.“ Die SPD schreibt sich weiter auf die Fahnen, dass Arbeit in Krakow am See bleibt und damit auch die jungen Leute.

Mit Kurt Gäbel verliert die SPD allerdings einen Kämpfer. Der 79-Jährige arbeitet seit 1994 in der Kommunalpolitik und zollt dem Alter Tribut.


Gäbel und Dauber treten nicht mehr an


Der Zeit ist der Grund, warum Claudia Dauber nicht mehr für die Linken kandidiert. Die Lehrerin für Musik muss oft abendliche Veranstaltungen betreuen und hat eine hochbegabte Tochter, die sie oft chauffieren muss, erklärt Fraktionschef Christoph Küsters. Die Linken, verspricht Küsters, würden für ehrliches Wirken in der Kommunalpolitik stehen. Mit Blick auf die Wokra-Affäre und Bürgermeister Geistert sagt Küsters, dass es mit den Linken keine Korruption und keinen Amtsmissbrauch geben werde. Die Linken stehen weiter für viel Transparenz, den Erhalt des Kulturamtes, den Schutz von Natur und Umwelt, für den Schulstandort Krakow am See und für ein Engagement sowohl für die jüngeren als auch für die älteren Krakower.

Volker Stelzl, Vorsitzender der CDU-Fraktion, macht ebenfalls keinen Hehl daraus, dass der jetzige Bürgermeister weg muss. Die CDU garantiert einen Bürgermeister, der „unabhängig von Bauaufträgen arbeitet“. Sie will weiter aufklären über das, was in Krakow am See schief läuft, dabei aber laut Stelzl nach vorn schauen. Politikfelder sieht die Union in einer guten Zusammenarbeit mit dem Amt, im Schaffen eines vernünftigen Umfeldes für Handwerk und Industrie und einen starken Tourismus.

Sparsamer Umgang mit öffentlichen Mitteln, Unterstützung der Kinder- und Jugendarbeit, das Beenden der Bodenordnungsverfahren, die Hilfe für bestehende Unternehmen und die Förderung von Neuansiedlungen, aber kein Einzelhandel auf der grüne Wiese, sind Ziele des Heimatvereins Charlottenthal.


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