STadtsanierung : Wohnen mit Blick aufs Schloss

Während an der Straßenseite die Fassaden noch weitgehend verhüllt sind, präsentiert sich die Hofseite bereits in neuem Schick. Balkone werden noch angebaut. Fotos: REgina Mai (2)
Während an der Straßenseite die Fassaden noch weitgehend verhüllt sind, präsentiert sich die Hofseite bereits in neuem Schick. Balkone werden noch angebaut. Fotos: REgina Mai (2)

Sanierung der Gleviner Straße 23 bis 25 schreitet voran / Fertigstellung im März/April geplant

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14. November 2014, 23:30 Uhr

„Für ein Richtfest sind wir zu schnell gewesen“, sagte Fred Muhsal gestern Nachmittag. Dennoch hatte der Bauherr in die Häuser Gleviner Straße 23 bis 25 eingeladen um den Baufortschritt einmal öffentlich zu zeigen. Im vergangenen Herbst hatten die Sanierungsarbeiten begonnen. Ab April schon sollen die künftigen Mieter nach und nach in zwölf Wohnungen einziehen können.

Ein Abenteuer sei es schon gewesen, gestand Muhsal, der in Waren/Müritz ein Immobilien- und Objektentwicklungsbüro hat. „Die Nummer 23 hatte noch ganz gut ausgesehen, war es dann aber nicht“, berichtet er. Viel Arbeit habe man in dieses Haus stecken müssen. Bei den beiden Nachbarhäusern sei von Anfang an klar gewesen, dass die Substanz sehr marode ist. Dennoch wollte Muhsal auch die Nr. 25 sanieren. Die Stadt hatte hier bereits einen Abriss vorgesehen. „Ich hielt es immer für einen Unsinn, allein eine Fassade stehen zu lassen und sie zu erhalten. Am Ende musste aber so viel abgerissen werden, dass tatsächlich nur die Fassade stehen blieb“, erzählte der Bauherr.

„Es hat aber auch Spaß gemacht und macht es heute noch“, betonte Muhsal gestern und lobte die Zusammenarbeit mit Stadt und Landkreis. Es sei daran erinnert, dass die Stadt, nachdem sich über Jahre kein Investor für die drei Häuser gefunden hatte, schon bereit war, die Sanierung selbst in die Hand zu nehmen und nach einem Architektenwettbewerb den Vorschlag des Büros Kruse und Fliege dort zu verwirklichen. Erst in letzter Minute war Fred Muhsal, der bereits Erfahrungen mit der Sanierung historischer Häuser in Stralsund und Rostock hat, auf die Objekte aufmerksam geworden. „Güstrow hat sich zu einem schönen Städtchen entwickelt“, erklärt er sein Interesse. Das müsse man als Warener neidlos anerkennen, fügte er hinzu.


Wohnungen, Fahrstuhl, Parkplätze


Rund 2,2 Millionen Euro kostet die Sanierung der drei Häuser. Die Stadt unterstützt mit einer Städtebaufördersumme von 950 000 Euro. Ohne Förderung und eine Abschreibungsmöglichkeit, weil die Häuser unter Denkmalschutz stehen, könnte Muhsal solche Gebäude nicht wirtschaftlich sanieren und vermieten. Die Wohnungen in der Nummer 23 sind über einen Fahrstuhl erreichbar. Für alle Mieter stehen auf der Hofseite Parkplätze zur Verfügung. Insgesamt, so schätzt Güstrows Bürgermeister Arne Schuldt ein, bieten die Häuser trotz des Abrisses von Anbauten nun mehr Wohnungen als zuvor. „Die Nummer 25 war mal eine Bäckerei, also gar nicht bewohnt“, erinnert sich Schuldt. In den unteren Etagen der Häuser gab es außerdem gewerbliche Nutzungen. Man sei Kompromisse eingegangen und habe Lösungen gefunden, so dass in der Gleviner Straße 23 bis 25 nun wieder Häuser entstehen, in denen man wohnen kann, resümierte gestern Güstrows Bürgermeister.


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