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Grossbaustelle : Wohnen bis unter die Dachspitze

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Großbaustelle Domstraße 6: Innenausbau läuft auf Hochtouren. Restaurator berät zur Sanierung des Landeswappens.

von
erstellt am 29.Jul.2015 | 06:00 Uhr

Es ist kurz vor der Mittagszeit und es ist Bauberatung in der Domstraße 6. Gabriele Schuldt diskutiert, wartet auf den Restaurator, muss schnell noch eine Fuge begutachten und, und, und. Der Innenausbau des unter Denkmalschutz stehenden Hauses in der Güstrower Domstraße ist in einer heißen Phase. Neun Wohnungen und eine Büroeinheit nehmen Gestalt an. Anfang 2016 sollen die ersten Mieter einziehen können.

Mit dem Restaurator Detlef Krohn steht die Bauleiterin oben auf dem Gerüst vor dem Landeswappen von Mecklenburg-Schwerin. Angebracht wurde es 1866 als die Post in Landeshoheit in der Domstraße 6 einzog. Auf dem großherzoglichen Wappen sind die kleinen Herrschaften, aus denen das Land entstand, symbolisiert. So steht u.a. der Stagarder Arm für die Geschichte einer Vermählung, durch die Stagard – eigentlich brandenburgisch – zu Mecklenburg kam, erklärt Detlef Krohn. „Das Wappen war ursprünglich einfarbig“, berichtet der Restaurator. Erst später sei es farbig gestaltet worden. In der Entscheidung der Bauherren liege es nun, ob es wieder farbig oder sogar in Gold und Silber ausgeführt werde. „Entweder Metalle oder Farben“, sagt der Restaurator. Eine Mischung würden die heraldischen Regeln verbieten. Gabriele Schuldt muss es mit den Bauherren besprechen.

Während in den Wohnungen an der Burgstraße schon die Fliesenleger und Maler ans Werk gehen können, ist im Bereich an der Domstraße gerade die Fußbodenheizung verlegt, berichtet Gabriele Schuldt. Wenn das Gerüst im Innenhof verschwunden ist, soll im August außerdem mit den Außenanlagen begonnen werden. Demnächst könne auch die Westfassade abgerüstet werden.

Neun Wohnungen – zwischen 73 und 153 Quadratmeter groß – entstehen in dem dreiteiligen Haus, das seinen Haupteingang an der Burgstraße hat. Die Bauleiterin zeigt im Kemladen – ein Anbau aus alten Tagen – ein Stadthaus über drei Etagen mit Pilaster in der unteren Etage und einem italienischen Balkon. Daneben befindet sich ein Fachwerkteilgebäude, das in der ersten Etage einen Laubengang erhalten hat. Die Wohnung in der Beletage im Domstraßenteil bietet Großzügigkeit und bekommt die alten Flügeltüren wieder. Darunter befinden sich Büroräume. Erhalten werden hier die Stahlsäulen, die einst den Gerichtssaal zierten. Zwei Etagen unter dem Dach punkten mit Platz für individuelles Wohnen und mit viel Licht. Ganz oben unter dem Dach blickt man durch die Dachfenster rechter Hand auf den Dom und linker Hand auf das Schloss. Der Dachstuhl – komplett neu errichtet – bleibt hier mit weiß lasierten Balken sichtbar. 

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