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Güstrower Anzeiger

24. November 2017 | 19:47 Uhr

Fusion? : Wohin geht Diekhof?

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Gemeindevertretung berät zu möglicher Fusion

von
erstellt am 18.Mai.2015 | 06:00 Uhr

Wenn sich die Mitglieder der Gemeindevertretung Diekhof heute Abend treffen, soll die Frage nach der Zukunft geklärt werden. Ein Beschluss zur Aufnahme von Fusionsverhandlungen steht auf der Tagesordnung. Bürgermeister Rolf Matschinsky – seit Februar 2014 im Amt – sieht die Zeit für eine solche Entscheidung für gekommen.

„Bevor die Kasse ganz leer ist, sollten wir eine Fusion anstreben“, sagt Matschinsky. Ein Gespräch mit dem Staatssekretär des Innenministeriums MV, der Anfang des Monats im Amt Laage weilte, habe den letzten Ausschlag gegeben. „Uns wurde zweifelsfrei klar gemacht, dass mit dem Auslaufen des Solidarpaktes noch weniger Geld für die Kommunen zur Verfügung stünde und deshalb die Bildung größerer Einheiten sinnvoll wäre“, berichtet Diekhofs Bürgermeister. Wegen der finanziellen Schieflage schon seit Jahren unter der besonderen Beobachtung der Unteren Rechtsaufssichtsbehörde des Landkreises sei die Entscheidungsgewalt der Gemeinde auf ein Minimum gesunken. „Jede Ausgabe müssen wir genehmigen lassen“, beklagt Matschinsky. So werde beispielsweise eine notwendige Reparatur von Kommunaltechnik, die benötigt wird, um die Gemeinde sauber zu halten, zu einem riesigen Problem.


Keine Alternative zu Laage


„Uns bleibt keine Wahl mehr und wir haben auch nicht wirklich eine Wahl“, sagt Matschinsky. Zu einer Eingemeindung nach Laage gebe es keine Alternative. Sicher, so der Bürgermeister, liege ein Zusammenschluss mit der Nachbargemeinde Plaaz näher. Aber Plaaz gehört zum Amt Güstrow-Land. Aus dem Amt Laage aber käme Diekhof nicht heraus, weil der Bestand dieses Amtes – dann mit weniger als 8000 Einwohnern – in Gefahr geraten könnte. Auch das hätten Amtsvorsteher Günter Schink und Ilka Lochner-Borst, als Bürgermeisterin von Laage auch leitende Verwaltungsbeamtin, schon klar gemacht. Ohne Brautgeschenk sei Diekhof aber auch für Laage nicht attraktiv, weiß Matschinsky. Lochner-Borst hatte stets betont, dass eine Fusion nur mit einem Schuldenerlass denkbar wäre. „Heißt, wir müssen mit dem Innenministerium verhandeln“, schlussfolgert Diekhofs Bürgermeister. Nur wenn über das Land eine Schuldenregulierung nach dem Beispiel der Gemeinden Langhagen und Lalendorf erfolgt, sei eine Fusion möglich. Diekhof befinde sich in einer ähnlichen Situation wie Langhagen vor der Fusion. Die Schulden ergeben sich in erster Linie aus Wohnungskrediten, die aus Mieteinnahmen lange schon nicht mehr vollständig getilgt werden können – die Gemeinde muss Jahr für Jahr zuschießen – und Altschulden aus DDR-Zeiten.

Aus der Sicht von Matschinsky muss nichts übers Knie gebrochen werden. „Gut Ding will Weile haben“, sagt der Bürgermeister und sieht eine mögliche Fusion irgendwann bis 2020. Die Entscheidung, sich auf diesen Weg zu machen, sollte jetzt getroffen werden, so Matschinsky. Die Sitzung beginnt heute um 19.45 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus in Diekhof. 

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