Klecks-Redaktion : Wogele – das Experiment

Bianca Hinkelthein, Nina von Alten-Reuss, Hendrik Otte, Lara Holler und Thore Martens (von links) kickern.
Bianca Hinkelthein, Nina von Alten-Reuss, Hendrik Otte, Lara Holler und Thore Martens (von links) kickern.

In dem WG-Experiment der Domgemeinde Güstrow steht das gemeinschaftliche Zusammenleben im Mittelpunkt

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29. Januar 2016, 06:51 Uhr

Tischkicker spielen, puzzeln, musizieren, aber auch Hausaufgaben und putzen gehören zum Alltag der Wogele. Schon seit fünf Jahren veranstaltet die Domgemeinde Güstrow die Woche des gemeinsamen Lebens, kurz Wogele. Dabei leben 34 Jugendliche im Alter von 13 bis 18 Jahren in der Woche vor den Winterferien zusammen und versuchen ihren Alltag so gut wie möglich zu gestalten. „Ursprünglich war die WG für die Konfirmanden geplant, damit sie sich untereinander besser kennen lernen konnten“, erzählt Sara Kerstan, eine der fünf Mitarbeiter.

Untergebracht sind die Schüler in zwei großen Räumen des Domgemeindehauses. Der Mädchenschlafsaal ist der größere und dort gibt es sogar selbstkreierte Doppelstockbetten. Das Jungenzimmer hat allerdings keine zweistöckigen Betten. „Ich finde es sehr interessant herauszufinden, wie das Leben ohne Eltern in einer WG so ist. Man lernt dadurch Verantwortung zu übernehmen und seinen Tagesablauf selbstständig zu planen“, meint Simon Stieger. Der 14-Jährige ist dieses Jahr das zweite Mal bei der Wogele und es macht ihm sehr viel Spaß. Für die Mitarbeiterin Myriam Auch ist das WG-Leben allerdings noch Neuland. „Es ist toll mit den Leuten die ganze Woche zusammen zu sein, dadurch lernt man ganz andere Seiten von ihnen kennen und auch sich selbst ein bisschen besser“, findet die 21-jährige Myriam. „Doch das frühe Aufstehen ist nicht so mein Ding“, klagt sie mit einem Lächeln. Auch Jonathan Seppmann sagt, dass er unter Schlafmangel stehe. „Aber das kann man für so eine spaßige und schöne Woche ruhig in Kauf nehmen“, ergänzt der 19-Jährige. Da Jonathan im Domgemeindehaus wohnt, hat er quasi gar keine Chance, nicht bei der Wogele zu sein. „Aber ich finde es total toll, dass hier so viel Trubel ist“, sagt Jonathan.

Seit Oktober hat die Domgemeinde eine Praktikantin aus England, die auch bei der Wogele dabei ist. „Ich finde es vor allem schön, dass wir zusammen frühstücken. Das fördert die Gemeinschaft“, sagt die Engländerin Sarah Partington.

Abends ab 18 Uhr ist WG-Zeit. „Wir kommen alle zusammen und reden mit und über Gott, dann essen wir gemeinsam Abendbrot und danach machen wir zusammen lustige Spiele oder einen Filmabend“, berichtet Sara Kerstan. Am Samstag geht es dann für alle wieder zurück nach Hause, und das Warten auf die nächste Wogele kann beginnen.

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