Dorffeste : Wochenende der Dorffeste

In Diekhof erfreuten die Mädchen und Jungen der Grundschule Am Schmooksberg die Besucher mit Auszügen aus ihrem Programm vom Tag der offenen Tür.
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In Diekhof erfreuten die Mädchen und Jungen der Grundschule Am Schmooksberg die Besucher mit Auszügen aus ihrem Programm vom Tag der offenen Tür.

Kartoffelfest, Sommerspiele, Gemeindefest – Vielfalt in Gemeinden rund um Güstrow

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06. September 2015, 20:00 Uhr

Als Hoch-Zeit für Dorffeste gestaltete sich das erste September-Wochenende. Der Veranstaltungskalender rings um die Kreisstadt ist so dicht gefüllt, dass kaum jemand, wenn er denn wollte, alles besuchen könnte. Allen spielte ein bisschen das Wetter einen Streich, gut, wer da ein Dach über dem Kopf hatte, als Rasmus am Sonnabend immer wieder auch mal einen Schauer übers Land jagte.

Die Entscheidung der Mühl Rosiner jedenfalls, sich für das Nachmittagsprogramm gleich in die Sporthalle zu verziehen, erwies sich so als goldrichtig. Nach dem einleitenden Konzertabend in der Kirch Rosiner Kirche, das auf große Begeisterung stieß, hatte Bürgermeister Ulrich Blau für den Vormittag alle früheren Gemeindevertreter der ersten Nachwende-Generation eingeladen. Beim Schmökern und Klönen über die alten Zeiten hätten Artikel in der SVZ eine gute Gedankenstütze geboten, berichtet Blau „Es müssen hunderte gewesen sein“, staunte der Bürgermeister, wie viel Medien-Aufmerksamkeit seine Gemeinde schon Anfang der 1990er-Jahre genoss.


Hunderte SVZ-Beiträge als Gedankenstütze


Richtig in die Vollen ging’s dann beim Kartoffelfest. So lautete das Motto, unter das der veranstaltende Verein Bisdede unter Regie von Andrea Hintze das Fest – nach einem Neptunfest und einem Zirkusfest – in diesem Jahr gestellt hatte. Nach der Eröffnung mit gemeinsamem Kartoffelsuppeessen oder einer Bastelstrecke mit allerlei Fantasie rund um die Knolle stand ein Kartoffelschälwettbewerb im Mittelpunkt. Vier Männer forderten Bürgermeister Blau heraus. Den Sieg trug ein Nicht-Mühl-Rosiner davon. Der aber kennt sich mit den Erdfrüchten aus: Biobauer Ulrich Damm aus Kölln schälte in nur gut drei Minuten 1289 Gramm sauber ab. „Die Kinder gehen in Mühl Rosin zur Schule, so habe ich eine besondere Beziehung zum Ort“, erklärte Damm seinen Besuch des Festes. Der Bürgermeister indes machte auf gar nicht mal so traurig, dass er nur Mittelfeld landete: „Sonst müsste ich vielleicht jetzt zu Hause immer zum Schälen ran.“


Kein Gedanke an ein vielleicht letztes Fest


Würde es das letzte Gemeindefest werden? Das fragten sich manche Diekhofer, steht doch der Gemeinde die Aufgabe der Selbstständigkeit ins Haus. „Das glaube ich nicht“, denkt Bürgermeister Rolf Matschinsky. „Warum sollte man Engagement brach liegen lassen?“ Der Sozialausschuss hatte in Diekhof den Hut auf, wobei man sich erstmals der BK-Eventagentur bediente. Ob das auch künftig so sein soll, dazu möchte der Bürgermeister erst mal das Echo nach dem Fest abwarten.

Traditionell währt das Diekhofer Gemeindefest eine ganze Woche lang, wofür vor allem der Sportverein sorgt. Tischtennis, Badminton, Fußball und Volleyball wird da jeden Tag gespielt. Bewährtes auch am sonnabendlichen Festtag u.a. mit kleinem Rummel und Vorführungen der Feuerwehrkameraden. Auf dass es bei dem zeitweise einsetzenden Regen nicht noch feuchter werde, organisierte die Gemeinde in letzter Sekunde noch eine Dixi-Toilette; der versprochene Toilettenwagen kam nicht… Der Vorschlag, als ersatz doch das Gemeindehaus zu nutzen, war für den Bürgermeister nicht tauglich: „Sonntag früh muss das zum Volksentscheid geöffnet werden – wer soll denn da vorher nach dem Tanzabend aufräumen und sauber machen?“


Reimershagen feiert wieder in Ortsteil


Ähnlich sportlich wie in Diekhof, nur auf einen Tag beschränkt, geht es seit einigen Jahren auch in der Gemeinde Reimershagen zu. „Sommerspiele“ hieß hier das Dorffest, dies zum vierten Mal. Erneut entschlossen sich der Kornspeicher-Verein und die Gemeinde, den ganzen Tag in Kirch Kogel zu konzentrieren. „Es ist nicht so einfach zu organisieren, wenn der sportliche Teil tagsüber in Reimershagen läuft und dann für den Abend zum Tanz alles nach Kirch Kogel umziehen muss“, begründet Vereinsvorsitzender Fred Strübing. Was nicht bei allen Reimershägern auf Zustimmung stößt, erscheint Bürgermeister Jens Kupfer derzeit aber auch kaum anders zu regeln. „Wir haben in Reimershagen gar nicht mehr die Möglichkeiten. Aber das Fest muss deshalb nun nicht für immer in Kirch Kogel bleiben.“ Hier hatte am Abend der im vergangenen Jahr zum Herbstfest fertig gestellte Fußboden im Speicher nun auch seine „Sommerspiele“-Premiere.

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