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Ein Dorf im Hochzeitsmodus : Wo Träume wahr werden

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Bei „traumkleid-mv“ in Mühl Rosin dreht sich alles um den schönsten Tag im Leben / Mehr als 400 Brautkleider und 150 Anzüge

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erstellt am 20.Okt.2015 | 06:00 Uhr

Sie trägt das trendy Hochzeitskleid in Ivory, zu deutsch Elfenbein, mit viel Spitze und einem Rock aus Tüll: die Braut. Ihr gegenüber steht Bruce in einem schwarzen Anzug mit Weste und einem Hemd mit Stehkragen im stark nachgefragten Royal-Look: der Bräutigam. Die Modepuppen haben Inhaberin Gesine Schumacher (36) sowie ihre Mitarbeiterinnen Dorina Seewald (46) und Angela Thrams (53) angezogen, um ihren Kunden von „traumkleid-mv“ in Mühl Rosin bei der Entscheidung zu helfen, wenn die Hochzeit bevor steht. Seit 2008 werden in dem Dorf Hochzeitsträume wahr.

Wichtig: rechtzeitig Termin ordern

Was für Gesine Schumacher – gelernte Rechtsanwaltsfachangestellte und Elektrikerin – zuerst ein kleiner Zuverdienst mit einem verkauften Hochzeitskleid im Monat sein sollte, entwickelte sich schnell zum Verkaufsschlager. Schumacher: „Bei uns kann man für die Hochzeit alles kaufen, von der Unterwäsche bis zum Kopfputz. Aus über 400 Brautkleidern und 150 Anzügen kann ausgewählt werden.“ Dazu kommt Bekleidung für Kinder und Jugendliche. Anlässe sind grüne, silberne oder goldene Hochzeit, Taufe, Jugendweihe, Konfirmation, Abi-Bälle. Das heißt, dass die drei Frauen von Jung bis Alt beraten und verkaufen. Grundsätzlich gilt auch: Sie sind offen für Neues.

Inzwischen muss man bei „traumkleid-mv“ längst einen Termin ordern. „Zwei, drei Stunden sollte man bei uns einplanen“, sagt Gesine Schumacher. In Mühl Rosin gilt, so Schumacher, eine sehr persönliche Beratung als Maßstab. „Keiner wird schnell abgefertigt, Hetze gibt es nicht. Genau das ist unser Vorteil, den die Kunden schätzen, egal ob Frau oder Mann“, so die Inhaberin weiter.

Letztlich sei es für die Kunden wichtig, alles in Echt zu sehen, zu probieren, den Stoff anzufassen und zu begutachten, weiß Angela Trams. Die gelernte Tischlerin war lange arbeitslos, jobbte hier und dort, auch im Handel. Den Kick für ihre jetzige Tätigkeit bekam sie bei einer „50 plus“-Weiterbildung Verkäuferin ohne Berufsabschluss. Danach wusste sie Bescheid, wie man mit dem Kunden ins Gespräch kommt oder was stilgerecht ist. Und als sie als EU-Rentnerin von ihrer Nichte Gesine angesprochen wurde, ob sie sich nicht in einem Mini-Job beweisen möchte, sagte Angela Thrams gern ja.

Das Gelernte setzt sie mit Geschick und Einfühlungsvermögen um. Angela Thrams: „Zuerst möchten wir wissen, welche Vorstellungen die Kunden haben. Die meisten sind gut vorbereitet. Manche haben sehr konkrete Wünsche, manch einer ist aber auch unsicher. Da helfen wir.“ Generell gelte, so Gesine Schumacher, dass dem Kunden empfohlen werde, was zu seinem Typ passt.

Wunsch des Kunden hat Priorität

Fragen sind z.B: Was steht wem? Wie wird gefeiert und in welchem Rahmen? Ist das Bild aus dem Katalog oder auf dem Tablet praktikabel, wenn das Model dort 1,80 Meter ist, die Braut jedoch nur 1,60 Meter, aber auch ein langes Figur betontes Kleid möchte? „Natürlich hat der Wunsch des Kunden Priorität, aber wir haben mit unserer Beratung bisher meist richtig gelegen und man folgt sehr oft unserem Ratschlag“, betont Gesine Schumacher. Was manchmal von drei Frauen nur aus dem Bauch heraus vorgeschlagen wird, hat trotzdem Fachkompetenz. „Die holen wir uns auf Schulungen oder auf der von uns immer besuchten Modemesse in Düsseldorf“, erklärt die Inhaberin.

Dorina Seewald, die Gärtnerin und Frisöse gelernt hat und Verkaufserfahrungen im Güstrower „Büxenschieter“ sammelte, bereitet die Arbeit sehr viel Spaß. Das Besondere schildert sie so: „Wenn die Braut sich für ein Kleid entschieden hat, ist manche Frau gern paar Minuten für sich allein. Dann habe ich schon bemerkt, dass ein paar Tränen kullern, aus Freude. Das ist für mich ein sehr schöner Moment. Dann ist die Beratung perfekt gelungen.“

Wichtig ist für die Inhaberin auch das Preisgefüge. „Ich habe für jede Brieftasche etwas im Angebot. Ab heute bis Donnerstag biete ich z.B. auch noch etwas preiswertere Braut- und Abendgarderobe an“, so Gesine Schumacher. Zwei Bitten haben die Frauen noch: Die eine ist an die Männer gerichtet, die nicht auf den letzten Drücker kommen sollen, auch wenn schnelle Bestellungen immer möglich sind. Die zweite lautet, weil sie gut für das Geschäft ist: „Fleißig heiraten!“

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