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Güstrower Anzeiger

20. Oktober 2017 | 12:48 Uhr

Güstrow : Wo sind die Liebesschlösser hin?

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

SVZ-Leserin beklagt den Verlust der Erinnerungsstücke von Verliebten – doch die Gabionenwand an der die Schlösser hingen musste weg

von
erstellt am 29.Apr.2017 | 05:00 Uhr

Wer seltener an „Fuchs und Igel“ mit dem Güstrower Brinckman-Brunnen vorbeigeht, dem wird es vielleicht gar nicht aufgefallen sein: Die kleine „Mauer“ am Rande der Grünanlage, eine aus grobem Gestein gefüllte so genannte Gabionenwand, steht nicht mehr.

Martina Dücker schickte uns Fotos von der Demontage und meint: „Da sind jetzt aber ganz viele Leute ganz doll traurig.“ Der Grund: Mit der Wand verschwunden sind auch die „Liebesschlösser“, die seit einiger Zeit immer mehr wurden, weil sie sich an dem Gitter ganz praktisch anschließen ließen. „Wir und meine Tochter und mein Schwiegersohn haben da nämlich auch unsere Schlösser hängen“, schrieb uns Frau Dücker und fragt sich und uns, was wohl mit den Schlössern passiert sei.

SVZ richtete die Frage weiter an Bürgermeister Arne Schuldt. Der bestätigt zunächst, dass Mitarbeiter des städtischen Bauhofes das kleine Bauwerk abgebaut hätten. Der Rathauschef erinnert daran, wie es überhaupt zu dessen Errichtung an diesem Flecken gekommen war: Montiert worden war die „Mauer“ im Jahr 2011, als sich Güstrow um die Ausrichtung einer Landesgartenschau (Laga) beworben hatte. Der eigens gegründete (und mittlerweile aufgelöste) Laga-Förderverein hatte eine Gelegenheit gesucht, um an exponierter Stelle sichtbar für durchfahrende Kraftfahrer, Radler und Passanten gleichermaßen das 2014 geplante Event zu bewerben. Ein großes Transparent hatte an dieser Stelle von dem Vorhaben gekündet – das dann doch nicht ausgerichtet wurde, also auch nicht in Güstrow.

Nun sei es so, dass das Bauwerk damals ohne große Vorbereitung, ohne Gründung aufgebaut wurde. Inzwischen aber sei die Standsicherheit nicht mehr gewährleistet gewesen, erklärt Schuldt. Nach der Demontage werde die Rasenfläche wieder im Ursprung hergerichtet, denn weitere Gestaltungspläne an dieser Stelle gäbe es vorerst nicht.

Und was passiert nun mit den Schlössern, die Verliebte als Zeichen ihrer Verbundenheit am Gitter angebracht hatten? Bürgermeister Schuldt: „Wer ganz großen Wert darauf legt, darf sie sich im Stadtbauhof gerne abholen.“

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