Wo schlummert noch ein „Barlach“?

Kunst-Sprechstunde in der Güstrower Gertrudenkapelle: Askell Moeller-Eilmann zeigt Museumsleiterin Magdalena Schulz-Ohm Barlachs Holzschnitte zu Schillers Ode „An die Freude“.  Fotos: Christian Menzel
Kunst-Sprechstunde in der Güstrower Gertrudenkapelle: Askell Moeller-Eilmann zeigt Museumsleiterin Magdalena Schulz-Ohm Barlachs Holzschnitte zu Schillers Ode „An die Freude“. Fotos: Christian Menzel

Für die Ausstellung „Barlach im Alltag – Alltag bei Barlach“ haben Güstrower schon einige Exponate präsentiert

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26. Februar 2020, 05:00 Uhr

Das Barlach-Museum bereitet eine Ausstellung vor und bittet die Bürger um Mithilfe. „Barlach im Alltag – Alltag bei Barlach“ soll die Präsentation heißen und vom 5. Juni bis 30. August gezeigt werden. „Wir suchen Kunstwerke und Objekte, die einen Bezug zu Barlach haben. Das kann von einem Werk Barlachs über ein Souvenir oder Andenken bis hin zu Kuriositäten oder Skurrilem reichen“, sagt Museumsleiterin Dr. Magdalena Schulz-Ohm. An den Montagen im Februar hat sie bereits einige Objekte erfasst, die Bürger in die Gertrudenkapelle gebracht haben.

Wie Askell Moeller-Eilmann. Er hatte die zu einem Buch gebundenen Holzschnitte dabei, die Ernst Barlach zu Schillers Ode „An die Freude“ angefertigt und bei Paul Cassirer 1927 in einer Auflage von 50 Stück verlegt hatte. „Mein Vater, Otto Moeller-Eilmann, hat die neun Holzschnitte meiner Mutter im Juni 1928 zum Geburtstag geschenkt“, erzählt Askell Moeller-Eilmann. In dem Buch findet sich eine Signatur Barlachs vom April 1931. „Da muss Barlach meine Eltern wohl besucht haben. Zu der Zeit war mein Vater Geschäftsführer des Holzverarbeitungswerks Eilmann und Co, dem späteren Walter-Griesbach-Werk“, sagt er.

Magdalena Schulz-Ohm freute sich über das gut erhaltene Buch. Sie hat die Daten aufgenommen und wird später im Team beraten, welche Exponate in die Ausstellung gelangen. Vielleicht ja auch die mit Barlach-Motiven bemalten Ostereier von Ursula Schultz. Die Güstrowerin ist weithin bekannt für ihre fantasievoll gestalteten Ostereier. Für einige hat sie Barlachs Engel, das Konterfei des Künstlers oder den Dom als Motiv gewählt. „Die Eier und Geschenkkarten habe ich schon bei verschiedenen Ausstellungen gezeigt“, berichtet sie.

Zusammengekommen für die geplante Ausstellung ist schon einiges. So brachte ein Herr eine Lithographie und eine Frau einen Holzschnitt von Barlach vorbei. Im Besitz einer Leihgeberin fand sich eine nach dem „Singenden Mann“ geschnitzte Figur. Im Fundus des Museums lagern das Ortsschild „Barlachstadt Güstrow“ und ein großformatiges Plakat zum 111-jährigen Bestehen von Glashäger-Mineralwasser. Das Plakat mit Assoziationen zu Barlachs Schwebendem und der Aufschrift „Das hätte auch Barlach gefallen“ hatte in Güstrow zu kontroversen Diskussionen geführt. „Wir wollen auch aufzeigen, wo und wie Menschen mit Barlach und seiner Kunst in Berührung gekommen sind“, sagt die Museumsleiterin.

Wer ein mögliches Objekt für die Ausstellung besitzt, sich aber noch nicht entscheiden kann, hat noch etwas Zeit. Den ganzen März über besteht die Möglichkeit, sich im Barlach-Museum zu melden, beispielsweise per E-Mail an info@barlach-museen.de. Danach soll entschieden werden, welche Exponate als Leihgabe in die Ausstellung aufgenommen werden.

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