Fahrradshop Drewitz : „Wo repariert wird, kauft man auch“

Rene Drewitz bei der Reparatur eines Fahrrades, bei der Fingerfertigkeit, ein genaues Auge, aber auch Geduld, Voraussetzungen sind.
Rene Drewitz bei der Reparatur eines Fahrrades, bei der Fingerfertigkeit, ein genaues Auge, aber auch Geduld, Voraussetzungen sind.

Rene Drewitz führt mit seinem Fahrradshop im Güstrower Waldweg das Geschäft seines Vaters weiter.

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27. Juni 2017, 05:00 Uhr

„Es ist ein alter Brauch, wo repariert wird, kauft man auch!“ Nach diesem Motto arbeitet Rene Drewitz. Der Spruch hängt – wo sonst – über der Tür zur Werkstatt seines Fahrradshops im Güstrower Waldweg 24. Beides sind seine Standbeine. Der 51-Jährige ist in seiner Branche allerdings ein Seiteneinsteiger. Gelernt hat Drewitz Elektriker. „Ich war es aber einfach leid, eine Insolvenz nach der anderen zu erleben und die Arbeit zu verlieren, zuletzt 2010 in der Wismarer Werft. Auch als Zeitarbeiter fühlte ich mich ausgenutzt“, erklärt Rene Drewitz seinen Entschluss, 2010 das Fahrradgeschäft seines Vaters, Fritz Drewitz, weiter zu führen.

Der hatte 2005 aus Krankheitsgründen aufgehört zu arbeiten und erledigte nur noch ab und an Wünsche der Kunden. So hielt er aber die Option offen, dass sein Sohn die Firma übernehmen konnte. „Das ging ohne Probleme. Ich brauchte dafür auch keine neue Ausbildung, denn meine ersten Fahrräder reparierte ich in der Werkstatt meines Vaters schon als 14-Jähriger“, erinnert sich Rene Drewitz an den Anfang.

In einem hart umkämpften Wettbewerb hat sich Rene Drewitz etabliert. „Das Geschäft läuft gut, vor allem von den ersten Sonnenstunden im März bis zum Ende des Sommers. Ich bin zufrieden, allerdings ist nicht jeder Monat gleich“, erklärt er. Seinen Teil trägt er mit Qualität und Verlässlichkeit bei. Wie die ganze Branche profitiert er vom Trend, dass Fahrradfahren immer mehr zunimmt und die meisten Radler inzwischen auf Marken-Qualität achten. Im Aufwind sieht er auch die E-Bikes. „Da ist aber noch viel Luft nach oben“, meint Rene Drewitz. Bei den Reparaturen reicht die Palette vom Schlauch und Tretlager wechseln bis zum Aufpolieren von alten Fahrrädern. Letzteres wird meist in den kalten Monaten erledigt.

Groß war die Freude bei seinem Vater als er das Geschäft übernahm und damit „Fahrrad-Drewitz“ weiter bestand. Fritz Drewitz, ein gelernter Fahrradmechaniker, hatte 1985 in Krakow am See eine Werkstatt eröffnet, weil es in Güstrow genügend Werkstätten gab. Bis 1988 führte er sie im Luftkurort. Danach reparierte er im Waldweg 24, in einer Garage an seinem Haus. Der Start nach der Wende war holprig, weil die meisten sich mit Rädern gen Westen orientierten und Räder eher woanders kauften, aber nicht in Fachgeschäften. Aber es wurde immer besser. 1994 errichtete Fritz Drewitz am Haus einen Anbau und etablierte seinen Fahrradshop, den er jetzt bei seinem Sohn in guten Händen weiß.

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