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Vereine in der Region : Wo Jäger das Schießen lernen

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Schießstand „Am Mühlbach“ Karow e.V. besteht seit 1995.

Daniel Dyck, Ausbildungsleiter der Jagdschule „Silberner Bruch“ Bad Doberan, gibt dem Jungjägeranwärter Benjamin Scholz von der Insel Usedom vor der 50-m-Schießanlage laufende Scheibe des Schießstandes „Am Mühlbach“ Karow Tipps, wie er den Keiler am besten trifft. Der 26-Jährige steht kurz vor seiner Jägerprüfung. Zu ihnen stößt Rolf Batarow. Er ist der Vorsitzende des Vereins Schießstand „Am Mühlbach“ Karow. Er schaut nach dem Rechten. Dyck hat nichts zu beanstanden. Seit 2006 ist seine Jagdschule in Karow, um mit seinen Jagdanwärtern das jagdliche Schießen als grundlegendes Handwerkszeug des Jägers zu trainieren und die Schießprüfung zu bestehen. „Hier finde ich für meine Kurse mitten in der Natur die besten Bedingungen“, betont er.

Seit 1992 gehört der Schießstand dem Verein. Die Notwendigkeit für einen neuen Betreiber ergab sich aus der politischen Wende, in der nach der Auflösung der Jagdgesellschaften für die Jagdgesellschaft Karow ein neuer Besitzer gesucht wurde. Batarow: „Mit dem Landesjagdverband wurde das Areal gekauft. Es wurde Eigentum unseres Vereins.“ Der agiere gemeinnützig, weil er als Ziele eine tierschutzgerechte Jagd und den Erhalt der Natur verfolge, betont Batarow. 30 Vereinsmitglieder betreuen den Schießstand, halten ihn in Ordnung, bauen Neues und schaffen mit einem komplexen Programm beste Bedingungen für die Aus- und Weiterbildung der Jäger. Einen besonderen Anteil daran haben sieben Mitglieder im Rentenalter.


Betreuung von zehn Jagdschulen


Den Jungjägeranwärtern und den Jägern stehen eine 100-m-Bahn auf stehende Scheiben, eine 50-m-Bahn auf laufende Scheiben (Keiler, Bock, Hase) sowie Anlagen für die Wurfscheiben Skeet und Trap zur Verfügung. Neu in der Prüfungsordnung ist das Kurzwaffenschießen. „Dafür haben wir einen Pistolen-Schießstand gebaut“, erzählt Batarow. Die Investitionen, die der Verein zu leisten hat, sind nicht ohne. „Wir haben zum Beispiel sehr hohe Umweltauflagen zu erfüllen, um das Schießen mit bleifreier Munition umzusetzen“, erklärt Batarow. Dazu gehören das Verstärken der Kugelfänge und der Splitterschutz.

Eine neue Aufgabe ist seit Ende der 1990er-Jahre die Betreuung von Jagdschulen. Inzwischen sind es zehn aus dem ganzen Bundesgebiet, die nach Karow kommen. „In Karow findet die Grundausbildung im jagdlichen Schießen für Jagdscheinanwärter bis zur Prüfung statt. Im vergangenen Jahr waren es 940“, berichtet Rolf Batarow.

Die Jäger der Kreisjagdverbände im Landkreis Rostock – das sind 2000 - werden ebenfalls in Karow ausgebildet. Batarow: „Das geschieht gemeinsam unter Leitung des Kreisjägermeisters Heinz Stegemann.“ Außerdem können Forstangestellte und Jagdgäste in Karow einen Jahresschießnachweis erlangen.

Ein weiterer Schwerpunkt der Vereinsarbeit ist das Ausrichten der Hegeringschießen, der Kreis- und Landesmeisterschaften, des Hubertuspokals. Traditionell findet außerdem ein Pokalschießen für Unternehmer und im Dezember das Schinkenschießen statt. Deshalb ist der Schießstand, der 1960 gebaut wurde, montags bis sonnabends geöffnet. 2016 schossen 1439 Jäger und 2414 Jagschüler auf dem Schießstand.


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