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Güstrower Anzeiger

16. Dezember 2017 | 23:38 Uhr

Polizei : „Wir wollen ein Zeichen setzen“

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Nach der ersatzlosen Streichung der Aufstiegslehrgänge fordern Polizeibeamte verbindliche Aussagen für die kommenden Jahre.

svz.de von
erstellt am 01.Feb.2016 | 21:00 Uhr

Eigentlich sollte gestern ein neuer Aufstiegslehrgang für die Beamten der Landespolizei an der Güstrower Fachhochschule für öffentliche Verwaltung, Polizei und Rechtspflege beginnen. Eigentlich sollten die jungen Beamten hier in den kommenden eineinhalb Jahren die Möglichkeit erhalten vom mittleren in den gehobenen Dienst aufzusteigen. Eigentlich. Denn in Wahrheit wurde der  Aufstiegslehrgang nach Paragraf 13 der Dienstlaufbahnverordnung in diesem Jahr ersatzlos gestrichen.

Kapazitätsprobleme an der Fachhochschule und die erhöhten Einstellungszahlen seien den geprellten Polizeibeamten, die bereits inmitten der Vorbereitungen auf das Auswahlverfahren steckten, als Gründe genannte worden. „Die interne Informationspolitik war wirklich schlecht. Gerüchte gab es schon vorher und das sorgte natürlich für Verunsicherung. Schließlich kam die Ernüchterung in Form der ersatzlosen Streichung“, erklärt Polizeikommissar Sebastian Weise, Vorsitzender der Jungen Gruppe der Gewerkschaft der Polizei Mecklenburg-Vorpommern (GdP MV).

Bislang wissen die Beamten auch nicht, ob es den Lehrgang im kommenden Jahr geben wird und das sorgt für Missmut in der Landespolizei. „Normalerweise hatten jährlich 20 bis 30 Kollegen die Chance auf den Aufstieg – es war eine Motivation. Ihnen wurde jetzt die Perspektive genommen und das steigert die Frustration“, sagt Weise weiter.

Die Junge Gruppe der GdP MV fordert nun eine verbindliche Aussage für das kommende Jahr. Dafür habe die Gruppe um ihren Vorsitzenden Sebastian Weise eine Unterschriftenliste an alle Dienststellen des Landes verteilt. „Es sind bis heute mehr als 1000 Unterschriften zusammengekommen – vom Polizeioberrat bis zum Polizeimeister ist hier alles vertreten“, sagt Weise, der gestern mit einigen betroffenen Beamten eine kleine Demonstration an der Güstrower Fachhochschule initiierte, um auf die Situation der Beamten aufmerksam zu machen. Die Polizisten jagten ihre Bewerbung für den Aufstiegslehrgang  kurzerhand symbolisch durch den Reißwolf.

„Gerne wollten wir auch unsere Unterschriftenliste direkt an die Direktorin der Fachhochschule, Dr. Marion Rauchert, übergeben, aber die war  leider nicht im Hause“, sagt Sebastian Weise und fügt hinzu: „Wir haben uns jetzt entschieden das Schreiben direkt an Innenminister Lorenz Caffier zu übergeben. Schließlich ist das auch unser Dienstherr.“ Von ihm erhoffen sich die Polizeibeamten eine verbindliche Aussage für die Zukunft und die Chance auf eine Perspektive in der Landespolizei. Schließlich gäbe es auch Kollegen, die erwägen das Bundesland zu wechseln, gibt Sebastian Weise einen Einblick.

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