Windparks : „Wir müssen weiter abwarten“

Noch nichts Konkretes zur Ausweisung von weiteren Windkraft-Eignungsgebieten / Planungsverband will aber Häufung vermeiden

23-11367750_23-66109655_1416395986.JPG von
19. März 2015, 06:00 Uhr

Für die Ausweisung neuer Eignungsgebiete für Windkraftanlagen gaben die Mitglieder des Planungsverbandes Region Rostock, der die Hansestadt und den Landkreis umfasst, gestern Abend zumindest eine Richtung vor. In einem Entwurf zur Fortschreibung des Kapitels „Energie“ sind 17 neue bzw. erweiterungswürdige Standorte für Windräder aufgeführt. Aus dem zweiten Beteiligungsverfahren liegen 276 Stellungnahmen dazu vor. Protest in der Region Güstrow kommt aus Hoppenrade, aus Groß Bäbelin und Linstow (SVZ berichtete).

Etwa die Hälfte der Einwände bezieht sich auf die mögliche Ausweisung von Flächen für vier weitere Windparks im Raum Satow-Bützow. „Hier haben wir viel Kritik abbekommen , berechtigte Kritik, so dass nachgebessert werden muss“, formulierte Matthias Plehn, Raumplaner beim Verband. Bei einer Überarbeitung des Planentwurfes solle besonderes Augenmerk auf das Häufungsproblem im Raum Satow-Bützow genommen werden. Ziel müsse es sein, eine übermäßige Konzentration von Windparks und ein flächendeckendes „Zusammenwachsen“ von vorhandenen Parks zu vermeiden, so beschlossen es die Verbandsmitglieder gestern Abend im Güstrower Kreishaus.

Ein Vorstoß von Güstrows Bürgermeister Arne Schuldt, Mitglied im Vorstand des Planungsverbandes, auch touristische Belange bei der weiteren Auswertung und der Erarbeitung eines Abwägungsvorschlages ausdrücklich zu berücksichtigen, scheiterte. Schuldt wollte, dass bisher mit Windkraftanlagen unbelastete Räume mit touristischem Schwerpunkt bei der Abwägung ebenfalls besonders berücksichtigt werden. Sein Vorschlag zielte auf die mögliche Ausweisung von Windkraft-Eignungsgebieten im Krakower Raum ab. „Hier gibt es bisher keine Anlagen. Warum sollten wir hier jetzt mit einzelnen Flächen anfangen?“, fragte Schuldt. Auch rechtliche Bedenken, vorgetragen vom Vorsitzenden des Planungsverbandes, Rostocks Oberbürgermeister Roland Methling, brachten den Ergänzungsantrag von Schuldt zu Fall. Der Tourismus sei kein K.-o.-Argument für Windkraftanlagen, hatte außerdem Verbandsgeschäftsführer Gerd Schäde betont.

Insgesamt sprach sich Güstrows Bürgermeister gegen jegliche Eile aus. Seiner Meinung nach solle man erst einmal das im Land diskutierte Beteiligungsgesetz sowie weitere Entscheidungen zum Ausbau von Stromtrassen von Nord nach Süd abwarten.

Eine Abwägungsdokumentation, so hörten die Mitglieder des Planungsverbandes und die zahlreichen Gäste von Raumplaner Plehn, könnte im Sommer, gegebenenfalls aber auch erst im Herbst vorliegen. Dann wird es für die Verbandsversammlung konkret. Vier mögliche neue Eignungsgebiete im Raum Satow-Bützow würden zur Beschlussfassung sicher nicht mehr vorliegen, kündigte Plehn an.

„Wir müssen weiter abwarten“, sagte Birgit Kaspar, Bürgermeisterin in Hoppenrade, am Ende der Veranstaltung. Auch wenn nichts Konkretes zum möglichen Eignungsgebiet Hoppenrade mit 40 Hektar zu hören war, habe sie doch „eine interessante Diskussion“ gehört. Sie habe nicht erwartet, dass um die Sache im Verband so hart gerungen wird. Kaspar bedauerte, dass Schuldt mit seinem Ergänzungsantrag nicht durchgekommen war, sehe sich die Gemeinde in der Argumentation doch dicht beim Güstrower Bürgermeister, so Kaspar. 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen